Di, 21. November 2017

Verirrter Urlauber

26.09.2010 16:25

Bergretter tragen Hunde von der Zinkwand ins Tal

Weil er sich beim Abstieg von der Zinkwand in der Dämmerung verirrt hatte, beschloss ein Deutscher (62) kurzerhand, mit seinen zwei Hunden in einer Felsnische zu übernachten. Am nächsten Morgen suchte er nach einem Weg ins Tal, ließ aber die Tiere in seiner Not zurück. Bergretter kümmerten sich um die Vierbeiner.

Seine Frau wollte sich in der gemieteten Almhütte ausrasten, deswegen brach der Augsburger (62) am Donnerstag gemeinsam mit seinen Hunden – einer Cocker-Spaniel-Dame und einem kleinen Affenpinscher – zu einer Wanderung auf die Zinkwand in Weißpriach auf. Doch beim Abstieg geriet er auf die falsche Tal-Seite und verstieg sich schließlich in steiles, felsiges Gelände. Da es rasch dunkel wurde, sah der Urlauber nur einen Ausweg: Er suchte sich eine geschützte Felsnische und legte sich dort mit den Hunden schlafen.

Über Stock und Stein geklettert
Währenddessen hatte seine Frau bereits die Bergrettung alarmiert: "Sie war besorgt, weil er bis zum Abend nicht zurückkam. Wir suchten mit sechs Mann von 23 Uhr bis 4 Uhr früh die zwei bekannten Routen auf die Zinkwand ab, vergeblich", berichtet Einsatzleiter Franz Apfelknab. Am nächsten Morgen ging es weiter. Gegen 9.30 Uhr stießen die Helfer schließlich auf den Urlauber. "Er dürfte über Stock und Stein geklettert sein. Die Hunde musste er zurücklassen", erzählt Apfelknab. Der Deutsche blieb so gut wie unverletzt.

Hundeführer Herbert Bliem machte sich mit seinem Labrador-Retriever-Mischling Jimbo sowie zwei Kollegen sofort auf die Suche nach den Vierbeinern. "Wir entdeckten sie auf einem Felsplateau. Sie waren völlig verschreckt. Dem Cocker-Spaniel legte ich das Geschirr meines Hundes an. So konnten wir ihn teilweise abseilen. Den kleinen Vierbeiner trug ich in meinem Rucksack ins Tal", schildert der Lungauer Retter. Dort gab es ein freudiges Wiedersehen mit dem Herrchen.

von Manuela Kappes, "Salzburger Krone"

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