Di, 17. Oktober 2017

Ami-Blindgänger

25.09.2010 09:12

250 Kilo schwere Bombe verursacht Chaos in Linz

65 Jahre nach ihrem Abwurf hat eine US-Fliegerbombe in ihrem Zielgebiet Linz ein Chaos verursacht. Nachdem das 250-Kilo-Kriegsrelikt auf einer Baustelle am Voest-Gelände ausgegraben worden war, wurde im Umkreis von 400 Metern alles geräumt. Auch die Westbahn und die Ebelsberger Umfahrung waren gesperrt!

15 Personenzüge der ÖBB, die von oder nach Linz fahren sollten, mussten gestoppt werden, nachdem um 10 Uhr der Sprengkörper entdeckt worden war. "Allerdings gab es immer Zeitfenster, in denen wir fahren konnten. Deshalb gab es keinen Stillstand, die Verspätungen bewegten sich zwischen 20 und 70 Minuten", sagt der Bahn-Sprecher Mario Brunnmayr.

Während sich Fachleute zur Bombe vortasteten, um zu sehen, womit man es zu tun hat, entwickelte sich in der Linzer Innenstadt und auf den Zubringern zur A7 ein Megastau. Die Ebelsberger Umfahrung, auf der täglich 25.000 Fahrzeuge unterwegs sind, war ebenfalls gesperrt. Viele mussten ausweichen und rasch waren die Schleichwege verstopft. Wer es auf die Mühlkreisautobahn schaffte, hatte wieder freie Fahrt!

Vermisste Person verzögert Entschärfungseinsatz
Weil man fürchtete, dass die Bombe auch über einen Langzeitzünder verfügt, wurde der Sperrkreis von zuerst 200 auf 400 Meter erweitert. Jetzt musste auch eine Tankstelle geräumt werden, ein großes Bürogebäude war schon evakuiert. Als dann die Entminungsexperten des Innenministeriums anrücken sollte, wurde gemeldet, dass jemand im Sperrgebiet herumläuft. Die Suche per Heli blieb erfolglos, verzögerte den Einsatz aber erneut. Um 13.59 Uhr die Entwarnung: Kein Langzeit-, "nur" Aufschlagzünder – entschärft!

Jedes Jahr werden bundesweit etwa 40 Weltkriegsbomben gefunden. Im Jahr 2004 war bei Arbeiten beim Linzer Fernheizwerk ein Blindgänger detoniert und hatte zwei Verletzte gefordert.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

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