Mo, 11. Dezember 2017

Prozess gegen Sänger

24.09.2010 12:15

Russell-Opfer brüllt: "Du hast mich zum Krüppel gemacht"

In aufgeheizter Stimmung und mit schweren Anschuldigungen eines Opfers hat am Freitag in Frankfurt der Fahrerflucht-Prozess gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell begonnen.

Der Frontmann der ehemaligen Rockband soll nach einem schweren Unfall am Silvesterabend 2009 die Flucht ergriffen haben. Zwei Menschen waren bei dem Zusammenstoß auf einer Autobahn bei Frankfurt schwer verletzt worden.

Einer der beiden Männer beschuldigte den 46-Jährigen am Freitag im Zeugenstand, ihn zum Krüppel gemacht zu haben: "Wie konntest du das nur machen und abhauen? Ich wollte Silvester feiern und du hast mich zum Krüppel gemacht!", brüllte er vor dem Landgericht und wunderte sich: "Dass ein Mensch zu so etwas fähig ist."

An den Unfallhergang können sich beide Opfer nach eigenen Aussagen nicht mehr erinnern. Die Staatsanwaltschaft wirft Russell Unfallflucht sowie fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässige Körperverletzung vor. Er soll sich nach dem Unfall nur kurz vergewissert haben, dass den Männern im Autowrack geholfen wird, bevor er sich zu Fuß auf und davon machte.

Zum Prozess erschien Russell persönlich, schwieg aber zunächst und verfolgte die Zeugenaussagen mit versteinerter Miene. Dem Musiker, der unter Drogeneinfluss am Steuer eines geliehenen Sportcoupés gesessen sein soll, drohen bis zu fünf Jahre Haft. Anklage konnte vor allem erhoben werden, weil DNA-Spuren Russells am Airbag des Sportwagens entdeckt wurden.

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