Fr, 24. November 2017

Skiba-Rücktritt

25.09.2010 10:47

Braunau wählt Anfang 2011 neuen Bürgermeister

Nach dem Rücktritt des Braunauer Bürgermeisters, Gerhard Skiba (SPÖ), ist am Freitag eine Übergangslösung gefunden worden: Seine Stellvertreterin Ingrid Neulinger übernimmt vorerst sein Amt, Max Angermeier wird Interimsparteichef. Skiba hatte in der Nacht auf Freitag überraschend seinen Rücktritt erklärt, aus gesundheitlich Gründen.

In den kommenden Tagen werde die Stadtpartei einen Kandidaten für die im Jänner oder Februar 2011 stattfindende Bürgermeisterwahl bestimmen, kündigte Skibas bisheriger Vize als Stadtparteichef Angermeier an. Weiters werde geklärt, wer das im Gemeinderat freiwerdende Mandat übernimmt.

Skiba (63) war seit 1989 Bürgermeister von Braunau. Bei der vergangenen Direktwahl vor etwas weniger als einem Jahr verlor er 17,7 Prozentpunkte, hielt aber noch die Absolute mit 56,89 Prozent. Bei der vorhergehenden Wahl im Jahr 2003 hatte er um 20 Prozentpunkte auf 74,58 Prozent zugelegt.

Steter Kampf gegen Nationalsozialismus
Mit dem schweren "Erbe" von Braunau, die Geburtsstadt von Adolf Hitler zu sein, ist Skiba stets offen umgegangen. Er trat dabei entschieden gegen den Nationalsozialismus und auch gegen Versuche von Neonazis auf, die Innviertler Metropole zu ihrer Pilgerstätte zu machen. Der Bürgermeister hatte zuletzt vorgeschlagen, aus dem Hitler-Geburtshaus ein "Haus des Friedens" für soziale Projekte und Ausstellungen zu machen. Er wünschte sich, dass die Republik das Gebäude kauft, damit es nicht in falsche Hände gerate. Das Innenministerium winkte aber ab.

Skiba scheute bei seinem Auftreten gegen den Nationalsozialismus auch innerparteiliche Konflikte nicht. Im Juni 1996 kritisierte er öffentlich seinen Parteifreund, den damaligen Bürgermeister von Wels, Karl Bregartner. Dieser hatte sich geweigert, die "Kernstock-Straße" - benannt nach dem Verfasser des Hakenkreuz-Liedes - und die "Moritz-Etzold-Halle", die an den NSDAP-Schulungsleiter Etzold erinnerte, umzubenennen. Erst in einem Gipfelgespräch in der Bundesparteizentrale im März 1997, an dem u.a. der damalige stellvertretende Parteivorsitzende Heinz Fischer teilnahm, wurde ein Maßnahmenkatalog vereinbart, der schließlich zur Änderung der Namen führte.

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