Di, 21. November 2017

Bordell in St. Andrä

24.09.2010 08:35

Freudenhaus sperrt im Lungau auf - Ortschef skeptisch

Der Rechtsstreit um das erste Freudenhaus im Lungau dauert bereits Jahre, St. Andräs Bürgermeister Heinrich Perner (Bild) machte mit seinem Widerstand sogar Schlagzeilen im deutschen Großformat "Die Zeit". Doch auf Weisung des Landes musste der Gemeinderat im Juni der Betriebsgründung doch zustimmen.

"Krone": Herr Bürgermeister Heinrich Perner, nächste Woche soll der Lungau endgültig nicht mehr Bordell-freie Zone sein?
Heinrich Perner: Es scheint so, ich habe bisher auch nur davon gehört, dass die Betreiber jetzt tatsächlich aufsperren wollen.

"Krone": Die Gemeinde stimmte im Juni dem Vorhaben zu, aber nicht ganz freiwillig?
Perner: Nein, ganz und gar nicht. Aber uns blieb nichts anderes übrig, nachdem alle unsere Einwendungen vom Land wieder aufgehoben wurden. Für uns stellt sich das Ganze eher als Zwangsbeglückung dar. Aber es gibt natürlich Gesetze, an die man sich halten muss.

"Krone": Aber mehr Unterstützung vom Land hätten Sie sich schon gewünscht?
Perner: Sicher, man muss sich auch fragen, wie es bei einem solchen Vorgehen mit der Autonomie der Gemeinden bestellt ist.

"Krone": Haben die Betreiber jetzt alle rechtlichen Auflagen erfüllt?
Perner:
Aus unserer Sicht nicht, auch wenn der Anwalt der Gegenseite anderer Meinung ist. Für die Umwidmung des Wohnhauses in einen Gewerbebetrieb fehlt noch eine raumordnungsrechtliche Bewilligung, um die noch gar nicht angesucht wurde.

"Krone": Und wenn ohne diese Bewilligung aufgesperrt wird?
Perner: Dann muss ich das der Bezirksbehörde melden. Ansonsten würde ich als Bürgermeister fahrlässig handeln.

"Krone": Es gibt auch Bedenken bezüglich der Zufahrt?
Perner: Ja, denn wenn dort ein Unfall passiert heißt es nur: "Der Bürgermeister hat's genehmigt."

"Krone": Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung?
Perner: Gemischt. In einer Wohlstandsgesellschaft kratzt das nicht mehr jeden. Auch für mich als Bürgermeister gibt es übrigens Wichtigeres.

von G. Huemer, "Salzburger Krone"

 
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