Mi, 22. November 2017

OÖ Inoffiziell

19.09.2010 12:37

Nach Abgang Stockingers: Wer gibt noch auf?

Josef Pühringer schreitet festen Schrittes voran – Michael Strugl (links im Bild) sowie Thomas Stelzer (rechts im Bild) bleiben zurück. Die Nachfolgekandidaten werden nervös, weil Pühringer, Franz Dobusch und Josef Ackerl keine Anstalten machen, ihre Ämter zu übergeben. Josef Stockinger (rechts hinter Pühringer) hingegen geht.

"Wenn'st net übergibst, dann geh i". Diesen Satz kennt der scheidende ÖVP-Landesrat Josef Stockinger garantiert – stammt er doch aus einer Bauernfamilie in Aistersheim. Wenn Altbauern zögern, den Hof in die Hände des (ältesten) Sohnes zu legen, dann verlässt  dieser irgendwann den Hof. Oft wird sogar gedroht: "Dann geh' ich in die Fabrik."

Landeshauptmann Josef Pühringer kommt zwar nicht aus dem Bauernstand, aber den Spruch wird er schon gehört haben. Nicht anzunehmen, dass Stockinger mit seinem Parteichef so geredet hat. Schon gar nicht, dass er mit dem Abgang in die Fabrik gedroht hat. Der "Ferdl" landet nach der Übergabe an "Jung-Bauer" Max Hiegelsberger (45) sanft gebettet hinter den Polstertüren der OÖ-Versicherungs-Generaldirektion. Unter den als LH-Kronprinzen Genannten war Stockinger mit 52 Jahren einer der Ältesten.

Potenzielle Nachfolger werden unruhig
Josef Pühringer macht unterdessen mit seinen bald 61 Jahren keine Anstalten, die Erbfolge zu regeln. Im Gegenteil, Beobachter sehen die Wahrscheinlichkeit, dass er auch noch die Wahlen 2015 bestreitet, stark wachsen. Trotz Pühringers Standard-Zitat, er wisse, dass man gehen müsse, so lange die Leute diesen Schritt bedauerten. Bleibt er wirklich über 2015 hinaus, dann wird eine ganze Generation potenzieller Nachfolger übersprungen.

Die spüren das und werden, wie Insider erzählen, zunehmend unruhig: Vor allem Parteigeschäftsführer Michael Strugl (47), aber auch Klubobmann Thomas Stelzer (43) sollen ihre Felle davonschwimmen sehen. Ohnehin chancenlos wäre bei einem späten Rücktritt Pühringers Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (55) – aber vielleicht geht's eh gerade darum, Mitterlehner aus diesem Rennen zu verdrängen.

Dobusch bereits seit 22 Jahren im Amt
Eine Politikergeneration übersprungen werden könnte auch bei den Linzer Roten: Noch mehr als bei Josef Pühringer tippt man zuletzt bei Franz Dobusch (59), Bürgermeister seit 22 Jahren, auf ein neuerliches Antreten im Jahr 2015. Dass ihm Voest-General Wolfgang Eder gerade mitteilte, Politiker sollten nicht ewig bleiben, ärgert Dobusch zwar. Wird seine Entscheidung aber nicht beeinflussen.

Er dürfte so lange bleiben, bis Jung-Funktionär Christian Forsterleitner (33) "Amtsreife" erworben hat. Vielleicht beerbt dieser ja gar SPÖ-Landeschef Josef Ackerl. Der 64-Jährige zeigt sich so wie Pühringer und Dobusch als Sitzenbleiber. Er ist ja schließlich erst seit knapp einem Jahr im Amt – als Erbe von Erich Haider, heute 53.

Kronen Zeitung

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