Do, 23. November 2017

Fühlende Roboter

13.09.2010 12:23

Forscher entwickeln künstliche Haut, die fühlen kann

Der Tastsinn ist eine der größten Herausforderungen für die Wissenschaft. Ihn zu imitieren, ist jetzt einem US-amerikanischen Forscherteam gelungen. Sie entwickelten eine künstliche Haut, die fast genauso gut fühlen kann wie das menschliche Sinnesorgan.

"Menschen wissen im Allgemeinen, wie man ein Ei halten muss, damit es nicht zerbricht. Wir wollen einen Roboter entwickeln, der, wenn er den Geschirrspüler ausräumt, kein Weinglas zerbricht, aber trotzdem den Suppentopf festhält", so Computerexperte Ali Javey von der amerikanischen Universität Berkeley. Ziel sei es, eine künstliche Haut zu entwickeln, die genauso fühlen kann wie das Sinnesorgan des Menschen.

Das Material, welches die Forscher im Labor entwickelten und testeten, reagiert auf Druck fast genauso schnell und empfindlich wie die echte Haut. Dies sei ein wichtiger Fortschritt, um Roboter mit intelligenten, druckempfindlichen Oberflächen auszustatten, so das Forscherteam um Javey im britischen Magazin "Nature Materials".

Tastsinn ist die größte Herausforderung
Beim Nachbau der menschlichen Sinnesorgane ist es bereits gelungen, gute Techniken für Sehen und Gehör zu entwickeln, nur langsam geht es beim Schmecken und Riechen voran. Der Tastsinn gilt als die größte Herausforderung.

Die nun entwickelte künstliche Haut besteht aus einem Gerüst aus winzigen Drähten aus den Materialien Silikon und Germanium, das auf einen klebrigen Untergrund aufgetragen wird. Darauf kommen Nano-Transistoren und darüber eine Schicht aus flexiblem Gummi. Der Prototyp mit einer Größe von 49 Quadratzentimetern konnte den Druck für alltägliche Tätigkeiten herausfinden wie etwa das Tippen auf einer Tastatur oder das Halten eines Gegenstandes.

Einen anderen Ansatz wählte ein Team um die aus China stammende Professorin Zhenan Bao von der Stanford Universität in Kalifornien. Sie nutzte einen Gummiuntergrund mit eingebauten Widerständen, der entsprechend des Drucks seine Stärke verändert. Das Material kann nicht gedehnt werden, reagiert aber ausgesprochen schnell.

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