So, 22. Oktober 2017

Geheimnisverrat?

07.09.2010 21:49

HP verklagt geschassten Ex-Boss Hurd

Der Wechsel des geschassten HP-Chefs Mark Hurd zu Oracle sorgt für Streit. Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard befürchtet, dass der konkurrierende Softwarekonzern durch den unrühmlich davongejagten Hurd an brisante Firmengeheimnisse gelangen könnte. Aus dieser Sorge heraus hat HP seine ehemalige Nummer eins am Dienstag verklagt - nur wenige Stunden nachdem Hurd seinen neuen Job als einer von zwei Präsidenten bei Oracle angetreten hatte.

Hurd habe Geheimhaltungserklärungen unterschrieben, ließ HP in einem Firmenblog wissen. "HP beabsichtigt, diese Vereinbarungen auch durchzusetzen." Zuletzt hatte Hurd sich vor einem Monat vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet, als er HP wegen falscher Spesenabrechnungen und der Liaison mit einer externen Mitarbeiterin verlassen musste. Im Gegenzug bekam er ein stattliches Abfindungspaket im Wert von um die 35 Millionen Dollar (27,5 Millionen Euro).

Die beiden Konzerne bekriegen sich bei Großrechnern, wie sie in Firmen oder im Internet eingesetzt werden. Oracle, eigentlich der Erzrivale des deutschen Unternehmenssoftware-Herstellers SAP, hatte den Server-Spezialisten Sun übernommen und war damit auch ins Hardwaregeschäft eingestiegen. Oracle-Chef Larry Ellison machte keinen Hehl daraus, dass er Hurd gerade wegen dessen Erfahrung im Computergeschäft geholt hat.

"Es gibt keine Führungskraft mit mehr Erfahrung"
Die Oracle-Präsidenten führen maßgeblich das Tagesgeschäft, aus dem sich der 66-jährige Firmengründer Ellison weitgehend zurückgezogen hat. "Es gibt keine Führungskraft in der IT-Welt mit mehr einschlägiger Erfahrung als Mark", lobte Ellison.

Hurd gilt als einer der besten Manager in der Technologiebranche. Der 53-Jährige hatte Hewlett-Packard durch Zukäufe im hochprofitablen Servicegeschäft massiv vergrößert und damit das Unternehmen fast schadlos durch die Wirtschaftskrise gesteuert. Seine gleichzeitige Berufung in den wichtigen Verwaltungsrat von Oracle befeuerte sogleich Spekulationen, Hurd könne eines Tages an die Spitze des IT-Giganten vorrücken und Ellison beerben.

Die Klage, die HP am Dienstag vor einem Gericht im kalifornischen Santa Clara einreichte, hat auch eine persönliche Note: Ellison gilt als guter Freund von Hurd und hatte den Rauswurf des Managers öffentlich kritisiert. "Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben", schrieb der für seine Verbalattacken bekannte Ellison Anfang August in einer E-Mail an die "New York Times".

Ex-Erotikdarstellerin brachte HP-Chef zu Fall
Der 53-jährige Hurd war über seine Beziehung zu der ehemaligen externen Mitarbeiterin Jodie Fisher gestolpert, die bei Kunden- und Mitarbeiterveranstaltungen auftrat. Er führte sie des Öfteren auf Firmenkosten zum Essen aus. Sie behauptete später, er habe sie sexuell belästigt. Diese Vorwürfe bestätigten sich allerdings nicht, man einigte sich auf einen Vergleich.

Wegen der falschen Spesenabrechnungen musste Hurd dennoch gehen. Die Geschichte kochte auch deshalb hoch, weil die Frau in den 90er-Jahren in einer Reihe von Erotikfilmen mitgespielt hatte.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).