So, 19. November 2017

GKK rechnet ab

04.09.2010 17:59

Teuerster Patient im Land ob der Enns kostet 258.904 Euro

1.400 Euro hat der Durchschnitts-Oberösterreicher im Vorjahr für Arzt und Medikamente ausgegeben, genauer die Gebietskrankenkasse (GKK). Die verschickt gerade 895.000 Abrechnungen im Land ob der Enns. Die höchste beläuft sich auf 258.904 Euro – der Patient kann durch die Therapie ein normales Leben führen.

"Wir sind froh, dass wir diese Leistungen erbringen und den Patienten helfen können, die Summe ist hier nebensächlich", sagt Harald Schmadlbauer, Sprecher GKK. Der "teuerste Patient" leidet an einem seltenen Gendefekt, sein Körper produziert ein Enzym nicht, das künstlich zugeführt werden muss. An dieser Krankheit leidet auch jener Patient, der mit 163.000 Euro die zweithöchsten GKK-Leistungen bezieht. Die monatlichen Medikamentenkosten betragen bis zu 21.000 Euro, die jährlichen Arztrechnungen dafür nur 2.000 Euro.

Zwei Herz-Lungen-Patienten sind mit 113.000 Euro und 110.000 Euro Aufwändungen noch vor einem Krebspatienten, der eine Abrechnung über 102.500 Euro erhält. Dieser ist – im Gegensatz zu den Patienten mit dem Gendefekt – mehr oder weniger das ganze Jahr ans Spitalsbett gefesselt. Ein Schlaganfallspatient, der für Logo-, Ergo- und Physiotherapie 54.432 Euro brauchte, findet sich auf Platz 100 in der Liste.

Jeder Zehnte verzichtet auf Gesundheitschecks
In Summe gab die GKK, die 80 Prozent der Oberösterreicher betreut, im Vorjahr knapp 1,7 Milliarden Euro für Behandlungskosten aus. Jeder zehnte Oberösterreicher bekommt allerdings keinen Brief, da er keine Leistungen konsumiert hat – also auch keine Vorsorgeuntersuchungen beim Zahn- und Hausarzt.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

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