Mi, 22. November 2017

Neue Strecken nötig

03.09.2010 18:26

Verbindungen im Nahverkehr werden immer schlechter

Armutszeugnis für das Land Salzburg: Nur 6,17 Millionen Euro zahlt Salzburg heuer an die ÖBB für die Pendlerzüge. Nur Niederösterreich rückt pro Fahrgast noch weniger Geld heraus. Arbeiterkammer und Vida-Gewerkschaft klagen: "Die Verbindungen werden immer schlechter, wir brauchen rasch neue Strecken!"

"Tirol ist das Land unserer Träume", sagt Gewerkschafter Walter Androschin: "Mit einem Super-Taktverkehr, pro Pendler-Kopf zahlt Tirol satte 34,53 Euro an die ÖBB. Fast drei Mal so viel wie in Salzburg." In Salzburg hingegen sind Orte wie Gastein oder Radstadt gar nicht mehr mit einem Regional-Express zu erreichen, nur mit oft verspäteten IC-Verbindungen.

15 Regional-Züge bis Saalfelden gab es bis 2004. "Danach zwang man die Pendler zum Umsteigen - eine Zumutung", so AK-Verkehrsexperte Christian Laireiter. Dazu kommt das Fahrplan-Chaos: Wenn etwa in St. Johann der Zug ankommt, ist der Bus nach Wagrain schon drei Minuten vorher weg.

S-Bahn weiter ausbauen
Und die Planungen zum Salzburg-Takt 2014 lassen das Schlimmste befürchten, sagt Walter Androschin: "Die S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte mit Zuwächsen bis zu 120 Prozent. Sie muss fortgeschrieben werden. Und zwar sowohl innergebirg als auch in Richtung Norden bis Straßwalchen."

Doch gerade beim NAVIS-Ast nach Norden bremsen Land und ÖBB, ihr Argument: Hier ist ein Nahverkehr erst mit zwei zusätzlichen Gleisen der HL-Strecke möglich. "Doch das", rechnet VIDA-Gewerkschaftler Androschin vor, "ist nicht richtig." 240 Züge sind hier täglich unterwegs. Die theoretische Kapazität aber läge bei 700!

Weil die Hochleistungs-Strecke zwischen Salzburg und Attnang-Puchheim wegen der Finanz-Knappheit des Bundes wohl noch lange nicht kommt, schlägt AK-Experte Laireiter vor: "Wir bräuchten nur ein drittes Gleis für das Nadelöhr Neumarkt-Steindorf. Sonst ist 2014 der Hauptbahnhof fertig und eine NAVIS-Verbindung nach Straßwalchen gibt es immer noch nicht.“

von Wolfgang Weber, "Salzburger Krone"

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