So, 19. November 2017

Erste Obduktion

01.09.2010 16:15

Rätselhafter Tod im Salzburger LKH: 19-Jähriger ist erstickt

Jener 19-jährige Bursch, der sich bei einer Rauferei in der Salzburger Innenstadt den rechten Oberarm gebrochen hatte und zwei Tage später im Spital plötzlich tot im Bett lag, ist an seinem erbrochenen Mageninhalt erstickt. Das hat jetzt die gerichtsmedizinische Obduktion ergeben. Wie es dazu kam, ist jedoch weiterhin Gegenstand von Ermittlungen.

Der 19-Jährige war in der Nacht auf Samstag bei einem Würstelstandl am Salzburger Hanuschplatz von einem 34-jährigen Mann aus Wals-Siezenheim vor den Augen von Polizisten attackiert worden.

Die Beamten hatten gerade die Daten des 19-Jährigen wegen einer zuvor stattgefundenen Rauferei aufgenommen. Es kam erneut zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. "Da lief der Flachgauer auf den 19-Jährigen los. Der stürzte und brach sich den Oberarm", schildert Kripo-Chef Andreas Huber.

"Am Sonntag ist er bereits aufgestanden"

Das Sturzopfer wurde ins Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert und sogleich operiert. "Am Sonntag ist er bereits aufgestanden, hat Besuch empfangen und mehrmals telefoniert", schilderte Kliniksprecherin Mick Weinberger am Mittwoch.

In der Nacht auf Montag sei die Krankenschwester wegen anderer Patienten häufig im Zimmer gewesen. Der 19-Jährige habe tief geschlafen, lautete der letzte Eintrag um 3.40 Uhr. Eine gute Stunde später, um 5 Uhr, wurde der Salzburger dann leblos im Bett gefunden. Hilfe war nicht mehr möglich, er war bereits tot.

Medikamenten-Allergie als Ursache ausgeschlossen

Eine Unverträglichkeit von Schmerzmittel habe man ausschließen können, weil er das letzte Mittel bereits am Abend eingenommen und das Medikament auch seit der Operation gut vertragen habe, sagte Weinberger. Seitens der Staatsanwaltschaft hieß es, der Mageninhalt des Patienten sei in die Lunge geraten, er habe ihn nicht mehr herausspucken können.

Derzeit gebe es aber keine Anhaltspunkte, dass die Behandlung im Krankenhaus nicht korrekt erfolgt wäre, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger. "Es ist noch eine histologische und eine toxikologische Untersuchung notwendig." Die Expertisen sollen auch darüber Aufschluss geben, zu welchem Zeitpunkt die Aspirationspneumonie erfolgt ist. Die Ergebnisse der zwei gerichtsmedizinischen Gutachten sollen in circa vier Wochen vorliegen. Zudem werden noch Zeugen einvernommen.

Die Staatsanwaltschaft hat den 34-Jährigen weiterhin im Visier der Ermittlungen. Der Verdacht gehe jetzt in Richtung Körperverletzung mit Todesfolge, erklärte Feichtinger.

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