Mo, 20. November 2017

Streit um Wald

31.08.2010 08:41

Bundesforste: „Stadt soll den Gaisberg kaufen“

Der Streit um die Wiederaufforstung nach den Sturmschäden am Gaisberg ist auch am Montag weitergegangen. Die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) dementieren die Vorwürfe der Stadt, es ginge ums Geld. Vielmehr halte man sich an den Rechtsstaat. Der neue Vorschlag: "Wenn der Bürgermeister am Gaisberg herumfuhrwerken will, dann soll er ihn kaufen!"

"Ich meine das ernst. Wenn die Stadt Salzburg unsere über 50 Prozent des Gaisberges haben will, verkaufen wir sie ihr. Forsttechnisch haben wir nicht viel von ihm", sagte der hörbar verärgerte Sprecher der Österreichischen Bundesforste, Bernhard Schragl.

"Krone"-Leser wissen: Es geht um die Aufforstung nach den Sturmschäden durch Kyrill. Der wütete schon vor über drei Jahren in Salzburg, hinterließ am Gaisberg große kahle Flecken. Rund 10.000 neue Bäume sind dringend nötig, um den Schutzwald wieder herzustellen.

"Kein Bescheid, keine Aufforstung"
Dafür, dass sich das bis jetzt verzögert hat, schieben sich Bundesforste und Stadt Salzburg gegenseitig den schwarzen Peter zu. "Dass wir nicht wollen, weil es zu teuer ist, stimmt einfach nicht. So lange der Status 'Naturwaldreservat' nicht aufgehoben ist, dürfen wir in einem Rechtsstaat nichts machen", sagt Schragl.

Zwar gibt es dafür einen Beschluss der Stadt, doch das Land hat Einspruch erhoben. "Wir halten uns nur an die Vorgaben. Kein Bescheid, dass das Naturwaldreservat aufgehoben ist, keine Aufforstung", betont Schragl.

"Wir kaufen sicher nicht"
Bürgermeister Heinz Schaden kontert: "Sobald wir den Brief von den Bundesforsten haben, stellen wir den Bescheid aus. Der Einspruch vom Land spielt dann keine Rolle."

Am Montag haben die Bundesforste der Stadt Salzburg ihren Anteil am Gaisberg von über 50 Prozent zum Kauf angeboten. Schaden schlug das Angebot postwendend aus: "Wir kaufen sicher nicht." Die Kosten für die Aufforstung am Gaisberg betragen übrigens 10.000 Euro. "Das ist für uns bei Projekten von vier bis acht Millionen Euro im Jahr kein Problem", versichern die Bundesforste.

von Melanie Hutter, "Salzburger Krone"

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