Mi, 13. Dezember 2017

22-Seiten-Antrag

30.08.2010 17:05

AvW-Chef will nun Fußfesseln statt dem Gefängnis

Der in U-Haft sitzende AvW-Chef Wolfgang Auer-Welsbach will nun eine Fußfessel! Der 22 Seiten lange Antrag soll am Mittwoch von seinem Anwalt Michael Sommer bei Haftrichter Josef Testin und der Staatsanwaltschaft persönlich abgeben werden. Dann tritt in Österreich der elektronisch überwachte Hausarrest in Kraft.

Anwalt Sommer sieht bei seinem Mandanten weder Verdunkelungs- noch Tatbegehungsgefahr. Auch Fluchtgefahr besteht aus Sicht des Advokaten nicht: "Auer-Welsbach ist familiär verwurzelt und hat nie irgendwelche Anstalten gemacht, eine Flucht vorzubereiten." Gesundheitlich gehe es Auer-Welsbach "grundsätzlich gut".

Der Rechtsvertreter ist "guter Dinge", dass Auer-Welsbach bald mit Fußfessel in seine Villa in Krumpendorf am Wörthersee zurück kann. Nach Antragstellung müsse der Haftrichter "unverzüglich" einen vorläufigen Bewährungshelfer bestellen, der dann Auer-Welsbachs Haus unter die Lupe nehmen und gemeinsam mit dem U-Häftling die Bedingungen, etwa "Wege des täglichen Lebensbedarfs", festlegen müsse. Sommer rechnet damit, dass die Haftprüfung bereits kommende Woche stattfindet.

Die Justiz ermittelt gegen Auer-Welsbach wegen des Verdachts auf Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung. Etwa 12.500 Personen sind über Genussscheine an dem Kärntner Finanzkonglomerat beteiligt, das im Mai diesen Jahres in die Pleite geschlittert ist. Die Anleger werden wahrscheinlich nur einen kleinen Teil ihres Investments wiedersehen.

Momentan sind die Masseverwalter dabei, das noch vorhandene AvW-Vermögen wie Aktien, Beteiligungen, Immobilien zu veräußern. Eine Seeliegenschaft, ein Motorboot sowie eine Fahrberechtigung für den Wörthersee sollen nächste Woche den Besitzer wechseln.

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