So, 17. Dezember 2017

Ankläger verzichtet

30.08.2010 16:34

Sanitäter (50) einen Finger abgebissen - kein Prozess!

"Der wird schon seine gerechte Strafe erhalten" – ein Satz, der leider nicht immer stimmt. Gleich zwei aktuelle Aktionen der Wiener Staatsanwaltschaft sorgen für Kopfschütteln. Da wird einem Sanitäter von einem Afrikaner die Fingerkuppe abgebissen – und das Verfahren eingestellt. Ein landesweit gesuchter mutmaßlicher Sex-Täter wird überhaupt nur auf freiem Fuß angezeigt.

Fall 1: Albträume, Schmerzen, Depressionen – so könnte man lange weitermachen, wenn man das Leben von Christian S. nach der Attacke in Wien beschreiben möchte. Mitte November biss bei einem Einsatz ein Schwarzafrikaner dem Sanitäter den Mittelfinger ab und schluckte die Kuppe.

Jetzt trudelte bei dem Helfer ein Schreiben ein, das seine Lage auch nicht gerade verbessert. Einen Prozess wird es nämlich nicht geben, die Staatsanwaltschaft hat entschieden: Das Verfahren wird eingestellt. Wieso? Der Täter sei eben nicht zurechnungsfähig. Demnächst wird das 50-jährige Opfer in Frühpension geschickt. Ganz nach dem Motto "Pech gehabt!"

Fall 2: "Glück gehabt" gilt dafür für einen mutmaßlichen Sex-Täter. Der Mann wollte (siehe Infobox) eine 24-Jährige im Stadtpark vergewaltigen, die wehrte sich mit aller Kraft gegen die Attacke. Das Foto des Verdächtigen aus der Überwachungskamera einer U-Bahn-Garnitur motivierte den Täter dann doch, sich zu stellen. Bescheid der Staatsanwaltschaft: Anzeige auf freiem Fuß!?

von Michael Pommer, Kronen Zeitung

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