Mi, 22. November 2017

„Süt“ statt „Milch“

27.08.2010 12:10

Berlakovich kann „diffuse Ängste“ nicht verstehen

Den Wirbel um die türkisch beschriftete Milch der NÖM kann ÖVP-Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich nicht nachvollziehen: "Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich halte das für wirtschaftlich klug und im Interesse der österreichischen Landwirtschaft, dass wir unsere heimischen Agrarprodukte verkaufen."

Ihm sei wichtig, dass österreichische Qualität gut verkauft werde, so Berlakovich am Freitag: "Der Inhalt ist wichtig. Es kann ja jeder die Packung mit der deutschen Aufschrift kaufen, wenn es ihm dann besser schmeckt."

"Ängste völlig unbegründet"
Dass wegen eines türkischsprachigen Milchpackerls im NÖM-Design Proteststürme losbrechen, kann der Agrarminister sich nur bedingt erklären: "Ich glaube, dass hier diffuse Ängste entstehen, die völlig unbegründet sind." Schließlich lebe man auf freien Märkten, betonte der Landwirtschaftsminister. "Nach Österreich kommen Lebensmittel aus aller Herren Ländern und jeder kann alles kaufen, was prinzipiell positiv ist. Ich bin aber sehr wohl dafür, dass wir mit österreichischen Agrarprodukten erfolgreich den Inlandsmarkt verteidigen." Das sei nicht selbstverständlich, betonte der Minister: "Ich finde das völlig ok und sehr kreativ von der Molkereiwirtschaft."

Milch komme schließlich von überall her, verwies der Minister auf die Konkurrenz aus dem Ausland. Auf den meisten Lebensmitteln würden die Zutaten heutzutage "fünf- bis sechssprachig ausgewiesen", so Berlakovich. "Auf diversen Fruchtsäften stehen arabische Ingredienzien, weil der Fruchtsaft nach Arabien verkauft wird."

"Exklusivprodukt für türkische Supermärkte"
NÖM-AG-Unternehmenssprecherin Maria Kitzler stellte unterdessen am Freitag neuerlich klar, dass es sich um ein "Exklusivprodukt für türkische Supermärkte" handle. Selbige seien "ein wachsender Markt". Noch einmal wurde außerdem darauf hingewiesen, dass die Beschriftung der Packungen zweisprachig sei.

Seit Donnerstag gebe es auch "sehr viele positive Reaktionen", sagte Kitzler. Die NÖM würde in der laufenden Diskussion um die Milchpackungen "alle Mails" und "jeden Anruf" beantworten.

"Für und nicht gegen Österreich"
Vorstand Alfred Berger hatte bereits am Mittwoch festgehalten, dass es darum gehe, die eigene Marke zu verkaufen. Rund 300 türkische Supermärkte in der Ostregion seien eine interessante Zielgruppe. Dort niederösterreichische Qualität anzubieten, auf türkisch zu informieren und damit ausländische Milch zu verhindern sei "Marketing für und nicht gegen Österreich".

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