Di, 12. Dezember 2017

"Purity" - Reinheit

27.08.2010 09:08

Premiere für drei Innsbrucker beim Filmfest St. Anton

"Purity" ist Englisch und heißt Reinheit. Drei Innsbrucker haben ihren Film, ihr Erstlingswerk, so genannt. Dabei geht es um die Reinheit des Sports, des Adrenalinkicks, des inneren Antriebs. Aber vor allem geht es um das "Warum".

Beim Filmfest St. Anton wird Freitagabend das Erstlingswerk von Matthias Helldoppler, Simon Rainer und Marc Deiser nun uraufgeführt. "Purity" ist eigentlich ein Zufallsprodukt. "Wir wollten ursprünglich ein Fotobuch übers Segelfliegen machen. Dabei hat sich immer stärker die Frage nach dem Warum aufgedrängt. Warum stecken Menschen in ihrer Freizeit so viel Energie in sportliche Aktivitäten? Was treibt sie an? Warum gehen sie für ihr Hobby mitunter große Risiken ein? Was gewinnen sie dadurch?" - Simon Rainer und seine beiden Partner haben Fragen über Fragen aufgeworfen.

Überflieger und Wasserratten
Dann sind die drei Filmemacher mit der Kamera losgezogen. Mit dem jungen Sportflieger Aurel Hallbrucker haben sie abgehoben. Mit Windsurfer Fabian Weber sind sie baden gegangen. Sie haben sich an die Fersen von Langstreckenläufer Michael Wanivenhaus geheftet und sind mit den Freeskiern Patrick Huter und Johannes Zangerl durch weiße Bergwüsten gestapft.

Gipfelstürmer und Lang-Läufer
Und wozu die ganze Schinderei? "Ich will leben. Das bedeutet für mich nicht, daheim zu sitzen. Leben bedeutet, meine Leidenschaft auszuleben. Dafür gehe ich auch ein Risiko ein." Patrick Huters Augen glänzen, wenn er vom Skifahren abseits vom Massen-Wedeln auf Pisten spricht. Diese glänzenden Augen sieht man im Film oft. "Plötzlich öffnet die gleichförmige und rhythmische Bewegung etwas. Man kann in Ruhe denken. Es läuft mit einem", versucht Michael Wanivenhaus in Worte zu fassen, was ihm das Laufen ist.

Die Geschichten der fünf Sportler verschmelzen im Film zu einer mit sinnlichen Bildern untermalten Philosophiestunde über Sinn und Ziel des Lebens. Darum geht es: Sport als verdichtetes Leben. Aus 40 Stunden Rohmaterial holen die Innsbrucker 30 Minuten Wesentliches heraus. Eine außergewöhnlich reife Arbeit für so junge Filmemacher. Schon bald soll eine DVD vorliegen.

"Wenn du da oben bist, musst du dich voll und ganz aufs Fliegen konzentrieren. Nur so kannst du dich von der Erde lösen und frei wie ein Vogel sein", sagt Aurel Hallbrucker im Film. Dem ist nichts hinzuzufügen.

von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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