Sa, 16. Dezember 2017

Wien-Wahl 2010

26.08.2010 10:47

Häupl zu Strache: "Er ist ein wirklich dummer Mensch"

Wenn es nach Bürgermeister und SP-Spitzenkandidat Michael Häupl geht, soll das Rathaus auch nach der Wahl koalitionsfreier Raum bleiben. "Wir arbeiten hart daran, keine Koalitionsüberlegungen anstellen zu müssen", so Häupl. Ziel der roten Wahlkämpfer ist der Erhalt der absoluten Mehrheit. Dabei soll auch FP-Chef Heinz-Christian Strache - "ein wirklich dummer Mensch", so Häupl - nicht im Weg stehen.

Die Wiener SPÖ startet offiziell Anfang September in den Wahlkampf - mit Inhalten, wie der amtierende Bürgermeister verspricht. "Wir werden unsere Vorstellungen zu Wirtschaft, Bildung, Sicherheit und Zusammenleben in der Stadt präsentieren", kündigte er an. Mit der politischen Konkurrenz, also etwa der FP, werden sich die SP-Wahlplakate nicht direkt auseinandersetzen. "Das Niveau des Herrn Strache kann ich nicht erreichen", zeigte er sich überzeugt: "Das heißt aber nicht, dass wir uns jede Beleidigung gefallen lassen." Auf den Plakaten der SP werde es aber um Themen gehen. Strache sei nicht in der Lage, zwischen der Religion des Islam und den "völligen Fehlinterpretationen" dieser Religion zu unterscheiden: "Wenn er der SP Islamismus vorwirft, zeigt das ja, wes Geistes Kind er ist." Er, Häupl, könne dann nur Bruno Kreisky zitieren - nämlich mit folgenden Worten: "Er ist halt ein wirklich dummer Mensch."

"Wollen wir eine Stadt, wo es drunter und drüber geht?"
Am Wahltag werde eine wichtige Entscheidung gefällt. Nämlich: "Wollen wir eine Stadt, in der die Menschen auf gutem Wohlstands-Niveau friedlich miteinander leben, oder wollen wir in einer Stadt leben, wo Menschen aufeinandergehetzt werden, wo es brennende Häuser gibt und wo es drunter und drüber geht?" Es seien die Inhalte, die die Wiener interessieren, etwa die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die weltweite Krise sei noch nicht vorüber. Das "zarte Pflänzchen" Konjunktur müsse gedüngt werden.

Porträt des Langzeit-Stadtoberhauptes siehe Infobox!

Häupl ist laut eigenen Angaben mit den ihm vorliegenden Umfragen zufrieden: "Aber sie zeigen, dass wir bis zur Wahl noch hart arbeiten müssen. In erster Linie müssen wir schauen, dass die Leute, die die SP wählen, auch hingehen. Ich mache mir viele Gedanken, wie ich sozialdemokratische Wähler mobilisieren kann." Auf Koalitionsfragen trifft dies nicht zu, schwört Häupl. Derzeit regiert die SP mit absoluter Mehrheit, Spekulationen für den Fall des Verlustes derselben lehnt Häupl ab: "Ich unterhalte mich über die Verteilung des Fells, wenn der Bär erlegt ist." Wobei er durchaus Ausnahmen macht, etwa wenn es um die FP geht. "Zu unterschiedlich sind die Auffassungen darüber, wie es in der Stadt weitergehen soll." Mit Ausgrenzung habe das nichts zu tun. Strache solle mit dieser "Jammerei" aufhören, so Häupl.

Häupl denkt nicht über möglichen Rücktritt nach
Über seine persönliche Zukunft, also über einen möglichen Rücktritt während der nächsten Legislaturperiode, denkt der Bürgermeister nicht nach: "Momentan bin ich fokussiert darauf, dass der 10. Oktober höchst erfolgreich wird. Schauen wir einmal." Vieles werde davon abhängen, wie das Wahlergebnis aussehe. Ob er auch Koalitionsverhandlungen führen würde? An diese denke er nicht, bekräftigte er, betonte aber zugleich: "Ich kann ihnen nur eines sagen: Ich bin sicherlich nicht jemand, der ein Chaos verursacht, sondern jemand, der ein Chaos löst."

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