Mo, 18. Dezember 2017

"Humanitäre Mission"

25.08.2010 12:04

US-Bürger sitzt in Nordkorea in Haft: Carter vermittelt

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter (85) ist am Mittwoch in Nordkorea eingetroffen, wo er sich für die Freilassung eines seit acht Monaten inhaftierten US-Bürgers einsetzen will. Der Friedensnobelpreisträger wurde am Flughafen in Pjöngjang von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan willkommen geheißen (Bild). Carter wird von seiner Frau Rosalynn und dem Leiter des "Carter Center" in Atlanta, John Hardman, begleitet.

Der 39. Präsident der USA (1977 - 1981) will sich laut US-Medienberichten um die Freilassung des wegen illegalen Grenzübertritts zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilten Aijalon Mahli Gomes aus Boston bemühen. Der 30-Jährige, der als Englischlehrer in Südkorea tätig war, wurde im Jänner festgenommen, nachdem er die nordkoreanische Grenze von China aus unerlaubt überquert hatte.

Washington: "Private humanitäre Mission"
Das Weiße Haus bezeichnete den Besuch des Ex-Präsidenten als "humanitäre Mission", wollte sich aber nicht konkret zum Fall des verurteilten US-Bürgers äußern. Er werde "nichts kommentieren, was eventuell negative Auswirkungen auf eine private humanitäre Mission haben könnte", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Bill Burton, in Washington.

Carters Besuch in Pjöngjang sei rein privater Natur, hatte es vor seiner Abreise geheißen. In Südkorea gab es dennoch Spekulationen, wonach er sich möglicherweise auch als eine Art Vermittler zwischen Washington und Pjöngjang im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm einschalten könnte.

Parallelen zu Clinton-Besuch im Jahr 2009
Vor fast genau einem Jahr hatte der frühere US-Präsident Bill Clinton bei einem Blitzbesuch in Pjöngjang die Freilassung der beiden amerikanischen Journalistinnen Euna Lee und Laura Ling erwirkt. Sie waren ebenfalls wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen und von einem nordkoreanischen Gericht zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt worden.

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