Sa, 16. Dezember 2017

Neuer Poller-Vorfall

25.08.2010 09:55

Polizisten lassen Touristen "gratis" aus der Altstadt

Am Montag sind zwei Polizeibeamte dabei beobachtet worden, wie sie die elektronische Sperre beim Michaelitor per Fernbedienung versenkt haben und so zwei Urlauberautos aus der Altstadt gelassen haben, ohne die fix verordnete Strafe zu kassieren. "Ein Versehen", heißt es.

Die unendlich scheinende Geschichte um die Poller in der Salzburger Altstadt ist seit Montagnachmittag um eine kuriose Facette reicher. Nach den vielen Unfällen und dem aufgeflogenen Schwindel mit illegal weitergegebenen Fernbedienungen und Ausfahrtscodes steht nun die Exekutive im Brennpunkt der Kritik. Denn zu Wochenbeginn wurden zwei Polizisten, ein Beamter und seine Kollegin, dabei beobachtet, wie sie die versenkbare Sperre beim Michaelitor hinunterließen.

Und zwar nicht, um mit dem Einsatzfahrzeug zu passieren, sondern um zwei Autos von Urlaubern vorbeizulassen, die viel zu spät in der Fußgängerzone unterwegs waren. Dabei handelte es sich um einen deutschen Lenker und eine Italienerin. Ein dritter Wagen, wiederum war es ein deutscher Urlauber, wurde danach aber angehalten und abgestraft.

Weisung nicht gelesen
Bei der Salzburger Polizeidirektion spricht man von einer Art "Betriebsunfall". Die Kollegen hätten offenbar die eindeutig formulierte Weisung noch nicht gelesen. Denn in dem vier Seiten langen Behördenerlass, den es bereits seit Mai gibt, steht ganz klar zu lesen: Wer sich nach 11 Uhr vormittags unberechtigt in der Altstadt aufhält, muss beim ersten Vergehen eine Strafe von 100 Euro berappen. Bei Wiederholungstätern steigt der Betrag dann weiter an.

Belehrung für Beamte
Für wenig Freude sorgte der Zwischenfall bei Salzburgs Stadtpolizeikommandanten Manfred Lindenthaler. Er leitete als erste Disziplinarmaßnahme eine "Schriftliche Belehrung" an die zwei Kollegen weiter. Außerdem sollen sie eine Nachschulung erhalten, um nächstes Mal professioneller vorgehen zu können.

Kronen Zeitung
Symbolbild

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