Mo, 11. Dezember 2017

"Nur" 3,5 Jahre

24.08.2010 16:23

Trotz 20 Vorstrafen: Gnade für den "Südring-König"

Der letzte "alte Hase" im illegalen Tiroler Rotlicht-Geschäft und dessen Freundin haben sich am Dienstag vor Gericht wegen Zuhälterei und Drogendelikten verantworten müssen. Der Strafrahmen hätte bei dem 20-fach Vorbestraften bis zu 15 Jahre gereicht, doch aus Mangel an Beweisen kam er in Therapie - wieder einmal…

Aufatmen, grinsen, Erleichterung - mit diesen Gefühlsregungen wurde die sonst so harte Anklagebank am Dienstag erweicht. Der "Südring-König" (48) wurde mit 3 Jahren und 6 Monaten Haft beschenkt, seine Lebensgefährtin (28) mit 1,5 Jahren.

Dabei las sich die Anklage wie ein Hollywood-Thriller: Zuhälterei, Drogenhandel, Suchtmittelkonsum und illegaler Waffenbesitz lasteten auf deren Schultern. 9.000 Euro gab das Pärchen im Monat für Drogen aus. Das Geld für ihre Sucht verdienten sie zum Teil durch fünf Damen, die sie am Südring "Anschaffen" ließen.

Trotz umfangreichem Ermittlungsverfahren war man sich von Seiten der Staatsanwaltschaft bei den Drogenmengen und den erwirtschafteten Einkünften unsicher. "Fakt ist, dass die Angeklagten rund 9.000 Euro im Monat alleine für den Kokain-Eigengebrauch ausgegeben haben, in dieser Berechnung sind die Lebenserhaltungskosten und die anderen Drogen nicht miteinbezogen", so Richter Norbert Hofer (Bild).

"Wenn man betrachtet, was ihr euch durch die Nase gezogen und in die Venen gejagt habt, müssen unglaubliche Mengen an Drogen und Geld über den Tisch gewandert sein. Alleine durch die Prostitution kann dies nicht erwirtschaftet worden sein. Da müssen noch große Drogendeals gemacht worden sein." Doch diese Geschäfte wurden von der Polizei nicht aufgedeckt. Dadurch, dass die Prostitution nicht dem Haupterwerb diente, wurde der Strafrahmen fast halbiert.

Die Angeklagten stimmten dem Urteil sofort zu, sie kommen nun in den Genuss einer vom Steuerzahler finanzierten Therapie…

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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