Mi, 13. Dezember 2017

Violetter Jammer

27.08.2010 13:26

Die Austria hadert nach dem EL-Aus mit dem Schicksal

Austria Wien hat am Freitag Ursachenforschung betrieben und mit dem Schicksal gehadert. Der fünfte Einzug in die Gruppenphase der Europa League blieb den Violetten im siebenten Anlauf verwehrt. "Nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft ist aufgestiegen. Das Aus ist bitter, das Auftreten nicht", resümierte Trainer Karl Daxbacher das 1:1 im Rückspiel der finale Qualifikation gegen Aris Saloniki.

Das Remis war nach dem 0:1 in Griechenland zu wenig gewesen. "Ich sehe die zwei Spiele grundsätzlich positive, negativ waren nur die Resultate. Wir haben Chancen herausgespielt, sie aber leider nicht genützt. Nach 0:1-Rückstand ist es noch schwieriger geworden. Dennoch habe ich nach dem Ausgleich noch immer geglaubt, dass wir es schaffen können", meinte Daxbacher, der auch von der Bank alles versucht hatte und nach der Pause alle offensive Kräfte mobilisiert hatte. Die Initialzündung durch das 1:1 blieb aber aus.

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Wenn seine Mannen in Führung gegangen wären, dann hätten sie nicht so offensiv sein müssen und aus einer gesicherten Abwehr spielen können, glaubt der Trainer. Diese Führung war nach einer halben Stunde auch in der Luft gelegen, als Tomas Jun den Ball nicht ins Netz, sondern volley an die linke Stange geknallt hatte. Da fehlte das Glück, aber allein daran lag es jedoch nicht. "Vielleicht war es auch mangelnde Klasse", gab der Niederösterreicher offen und ehrlich zu.

Probleme mit dem Abschluss
Vor zwei Wochen habe seine Elf den besten Fußball in Österreich gezeigt und jetzt solle alles schlecht sein? "Wir haben über weite Strecken guten Fußball gespielt, der Abschluss ist unser Manko, dazu klappen derzeit auch die Standards nicht", stellte der Coach fest. "Einen Rubin Okotie haben wird derzeit nicht." Rapid brauche Hofmann und wir eben einen Acimovic oder Junuzovic. Bei Auswechslungen habe seine Austria nichts zuzusetzen.

"Wir haben es nach dem Wechsel zu früh mit hohen Bällen, Ho-Ruck-Fußball versucht und zu viele Ballfehler begangen. Und je länger das Spiel gedauert hat, desto müder wurden wird. Den Aufstieg vergab der Vizemeister vor einer Woche schon in Nordgriechenland. Da haben Roland Linz und Co. eine wirkliche spielerische gute Partie abgeliefert, Ball und Gegner laufen lassen - allein aufs Toreschießen vergessen. Diese Effektivität vermisste man auch am Donnerstag am Verteilerkreis. "Wir hätten im Hinspiel das eine oder andere Tor machen müssen, dann wäre es einfacher gewesen", sagte Kapitän Linz, der nach der Pause mit seinem achten Saisontreffer ausgeglichen hat.

Ehrliche Worte von Linz
Er wäre lieber als schlechtere Mannschaft aufgestiegen, gab der Kapitän offen zu. Aris habe gute Spieler mit Qualität. "Bei uns sind einige Gute wie Junuzovic oder Acimovic ausgefallen." Der wie alle anderen maßlos enttäuschte Linz wollte dies nicht als Ausrede ins treffen führen, sondern nur nüchtern feststellen. Fast wortlos schlich Aleksandar Dragovic in die Kabine. Er beklagte sich über ein Foul an ihm vor dem 0:1 durch Torschützen Carlos Ruiz.

"Es war hundertprozentig ein Foul, auch wenn es vielleicht nicht absichtlich war", erzählte der Abwehrchef, warum er dem erfolgreichen Konter zu Boden gegangen war. Er war mit dem Aris-Stürmer zusammengestoßen und hatte dabei einen Schlag auf die Kehle abbekommen. "Wir haben bis zum Schluss gekämpft und alles probiert. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite", sagte der 19-Jährige mit leiser Stimme.

Hector Cuper zufrieden
Die von rund 1.000 Schlachtenbummlern ins ausverkaufte Horr-Stadion begleiteten Griechen, deren nationale Liga erst an diesem Wochenende beginnt, freuten sich über die lukrative Gruppe mit garantiert sechs weiteren Spielen und Einnahmen von mindestens einer Million Euro Gewinn. "Es war das erwartet schwierige Spiel, in dem wir am Anfang bei dem Stangenschuss Glück gehabt haben. Unser Abwehrverhalten war gut, wir sind gut gestanden", bilanzierte Aris-Trainer Hector Cuper.

Die Unkonzentriertheit zu Beginn der zweiten Hälfte habe ihm nicht gefallen, da sei die Konzentration nicht so vorhanden gewesen. Er hatte in beiden Partien zwei gleichstarke Teams gesehen, wobei seines in den entscheidenden Phase mehr Fortune gehabt habe. Der Argentinier wollte sich dezitiert nicht festlegen, wer der Bessere war. Daxbacher prophezeite den Gelb-Schwarzen in der Gruppenphase einen schweren Stand.

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