Sa, 16. Dezember 2017

200 Einsätze pro Tag

24.08.2010 09:22

Sicherheitszentrale auf dem Weg zum Vollbetrieb

In Eisenstadt ist die Ende April der Öffentlichkeit präsentierte neue Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland auf dem Weg zum Vollbetrieb. Hunderte Anrufe werden täglich entgegengenommen. Zahlreiche Fahrten und Flüge von Rettungs-Einsatzmitteln - von Krankentransporten über Notarzteinsätze bis hin zum Notarzthubschrauber - gilt es zu koordinieren.

Die Anrufe unter der Nummer 144 (Rettung) sind bereits in der LSZ zusammengeschaltet. Der Feuerwehrnotruf (122) soll nach einem Testbetrieb in den nächsten Wochen folgen, so der Geschäftsführer der Landessicherheitszentrale Hofrat Ernst Böcskör.

20 Mitarbeiter
In der LSZ sind im zwölfstündigen Schichtbetrieb 20 Mitarbeiter tätig. Dazu kommen noch vier Techniker, die das System betreuen. Im mit fünf PC-Arbeitsplätzen ausgestatteten Call-Center kümmert sich ein Mitarbeiter um die Disposition, die anderen nehmen Anrufe entgegen. Jeder Arbeitsplatz verfügt über vier Computerbildschirme, auf denen aktuelle Informationen angezeigt werden können. Telefoniert wird zumeist mit Kopfhörer samt Mikrofon, Rufnummern können via Touchscreen auf einem Bildschirm angetippt werden.

"Wir haben circa 200 Dispositionen pro Tag, im Extremfall sind es bis zu 300", beschrieb Siegfried Tanczos, einer von fünf Schichtleitern, den Betrieb der LSZ. Mindestens das Doppelte an Anrufen komme täglich noch hinzu, beispielsweise durch Telefonate mit Angehörigen von Patienten oder Unfallopfern sowie mit Krankenhäusern und durch die interne Kommunikation. An die 30 bis 35 Einsatzmittel landesweit werden täglich bei ihren Fahrten durch die LSZ koordiniert.

Ab 17 Uhr wird auch der Ärztenotdienst betreut
Im Raum ist es ruhig, auch wenn gerade telefoniert wird. Dazu tragen unter anderem geräuschdämpfende Teppiche bei. "Es kommt schon am Tag öfters vor, dass alles besetzt ist und alles telefoniert", so der Schichtleiter. Ab 17 Uhr sowie an Wochenenden betreut das Team der Landessicherheitszentrale auch die Telefonnummer 141 (Ärztenotdienst). Die Mitarbeiter verständigen auch die Teams der Krisenintervention Burgenland (KI-B), wenn nach einem Unfall oder im Zuge eines Einsatzes psychologische Betreuung benötigt wird.

Wenn am Neusiedler See die Sturmwarnanlage Alarm gibt, ist ebenfalls die Sicherheitszentrale involviert: Bei 40 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit wird eine Vorwarnung ausgelöst, ab 60 km/h gibt es Sturmwarnung, erläuterte Tanczos.

Um den Leitstellenbetrieb auch in einem worst-case-Szenario aufrechterhalten zu können, bleiben die Kommunikationseinrichtungen in der früheren Rettungsleitstelle Burgenland in Oberwart und bei der Feuerwehralarmzentrale als Aus- und Rückfallebene bestehen, so Böcskör. Als mobile Leitstelle dient ein umgebauter Bus, der einem Einsatzstab an Ort und Stelle die Eingabe von Daten ermöglichen soll. Die Planung gehe auch in die Richtung, eine mobile Funk-Basisstation zu beschaffen.

Drei Millionen Euro für technische Ausstattung
Mit der Landessicherheitszentrale verfüge das Burgenland nun über eine Einrichtung ähnlich wie jene in den anderen Bundesländern, so der Geschäftsführer. Die Kosten für die technische Ausstattung bezifferte Böcskör mit etwas mehr als drei Millionen Euro. Die LSZ befindet sich im Gebäude des Neuen Landhauses. Die Baukosten als Teil der Gesamtsanierung lägen laut BELIG (Beteiligungs- und Liegenschaftsgesellschaft mbH) bei 800.000 bis 900.000 Euro.

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