Mo, 20. November 2017

Drama in St. Veit

25.08.2010 09:23

Zweijährige vom Vater mit Traktor überrollt - tot

"Die Schuldfrage stellt sich nicht, es war ein Unfall, für den niemand etwas kann", sagt die Mutter jener Zweijährigen, die – wie berichtet – von einem Traktoranhänger tödlich überrollt wurde, als sie zu ihrem Papa lief. Dabei war die Kleine durch den Zaun geschlüpft, den ihr Vater zur Sicherheit gebaut hatte.

Im Sommer hatte der 42-jährige Landwirt die Einfahrt und den Durchgang mit einem Lattenzaun dicht gemacht, damit das Mädchen und ihre vierjährige Halbschwester gefahrlos im Innenhof spielen, aber nicht auf die Straße laufen können.

Doch jetzt ließ sich der zweijährige Wirbelwind nicht durch die Absperrung stoppen, als draußen der Papa am Traktor zu hören war. Das Kind lief aus der Stube, wo sie bei ihrer Oma war, schlüpfte irgendwie beim Türl durch und lief dem Traktor nach, um mitfahren zu können. "Ich bin ihr gleich hinterher, hab' geschrien, aber am Traktor hat man die Rufe nicht hören können. Zwei Meter vor meinen Armen ist es dann passiert", hat die Oma die schlimmsten Sekunden ihres 76-jährigen Lebens vor Augen. Das linke Hinterrad des vollen Güllefasses überrollte das Kleinkind, das auf der Stelle tot war.

Halbschwester nahm Abschied
Die vierjährige Halbschwester hat das alles zum Glück nicht mitbekommen. "Sie hat im ersten Stock geschlafen. Als sie dann munter war, hab' ich ihr gesagt, dass ihre Schwester tot ist und ob sie sich noch von ihr verabschieden will. Das hat sie auch gemacht", erzählt die geschockte Mama (33). Die Familie steht nach der Tragödie eng zusammen, wird von Helfern des Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes und von der Notfallseelsorge in ihrer Trauer gestützt.

Gefahr besteht immer
"Der ganze Ort trauert mit der Familie, aber es fehlen die Worte", sagt Elisabeth Stefanie Rechberger, Bürgermeisterin der 1.100-Einwohner-Gemeinde im Mühlviertel. Auch die Nachbarn – die Ortschaft Rammerstorf besteht aus einer Handvoll Bauernhäuser – stehen durch den Unfall unter Schock, am Unglücksort, direkt bei der Hofeinfahrt der Eltern, erinnern eine Laterne und Blumen. Von Schuld aber spricht niemand: "Niemand will sich so etwas vorstellen, aber der Unfall hätte auch jedem anderen passieren können, egal, wie gut man aufpasst."

Tatsächlich gab es innerhalb einer Woche in Oberösterreich bereits drei Tote bei Landwirtschaftsunfällen. Besonders gefährlich für Kinder auf Bauernhöfen sind Traktoren - mehr dazu im Interview in der Infobox.

von Markus Schütz und ooe.krone.at

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