Do, 14. Dezember 2017

Hypo-Kredit

23.08.2010 16:22

Politischer "Styrian"-Absturz: Petzner packt aus

Der nächste Insider packt aus: Stefan Petzner, einstiger Vertrauter von Jörg Haider, will die Wahrheit über die "Styrian Spirit"-Pleite 2006 aufdecken. Deren Absturz sei politisch motiviert gewesen, das Land Kärnten solle die positiven Gutachten herausgeben. Der umstrittene Hypo-Kredit für die Fluglinie war ein Grund für die Verhaftung von Wolfgang Kulterer.

Den Kredit von zwei Millionen Euro gewährte Kulterer ohne entsprechende Sicherheiten, nachdem er von Haider per Mail dazu aufgefordert worden war. Dem nicht genug, die Hypo musste auch noch den Landesanteil in Höhe von drei Millionen Euro vorfinanzieren.

Damit kaufte sich das Land 2005 bei der "Styrian" ein: Sie sollte als "Carinthian Spirit" von Klagenfurt aus Flüge nach London und später nach Zürich durchführen. Geflogen wurde ab Kärnten nur rund drei Monate. Nach dem Konkurs 2006 waren nicht nur 152 Arbeitsplätze, sondern auch die Millionen der Steuerzahler und der Hypo beim Teufel. Auch der Flughafen Klagenfurt musste Landegebühren in Höhe von 240.000 Euro abschreiben. Mit 48 Millionen Euro Schulden war es eine der größten Pleiten des Jahres.

Fluglinie sei insolvenzgefährdet gewesen
Beschlossen wurde der Anteilskauf in der Regierungssitzung durch das damalige BZÖ und die SPÖ. Reinhold Zechner, Geschäftsführer der Kärntner Tourismusholding – sie war für die Beteiligung zuständig – behauptet, er habe vor dem Geschäft immer gewarnt: Die Fluglinie sei insolvenzgefährdet gewesen. Haider habe aber per Weisung darauf bestanden. Angeblich wäre sonst der Bau des Magna-Werks in Klagenfurt auf dem Spiel gestanden: Magna-Chef Siegfried Wolf war Miteigentümer der "Styrian".

Petzner widerspricht nun Zechner: "Aus den Protokollen geht hervor, dass Zechner den Einstieg bei der 'Styrian' auf Basis der Gutachten und Prüfungen ausdrücklich empfohlen hat." Zechner sei als Vorstand der Holding weisungsfrei gestellt gewesen. Haider hat seinerzeit von einer "Ermächtigung" gesprochen. Petzner bezieht sich unter anderem auf ein Gutachten des früheren SPÖ-Finanzministers Andreas Staribacher: "Er ist in Bezug auf die 'Styrian' zu positiven Ergebnissen gekommen."

"Das geht ausschließlich zu Lasten des Landes Steiermark"
Die Pleite hätte nicht Kärnten oder die Hypo zu verantworten, meint Petzner: "Das geht ausschließlich zu Lasten des Landes Steiermark. Dort hat man politische Vereinbarungen nicht eingehalten. Wären die Steirer nicht abgesprungen, hätte sich das Investment gelohnt." Petzner fordert nun das Land auf, der Staatsanwaltschaft sämtliche Unterlagen zu geben.

von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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