Di, 12. Dezember 2017

Ex-Polizist als Täter

23.08.2010 19:11

Manila: Neun Tote bei Geiseldrama in Urlauber-Bus

Ein zwölfstündiges Geiseldrama in Manila hat am Montag mit einem Blutbad geendet: Der Täter und acht seiner Opfer kamen ums Leben, zwei weitere Geiseln wurde nach ihrer Befreiung in kritischem Zustand im Krankenhaus behandelt. Sicherheitskräfte stürmten den Touristenbus, den der Täter, ein ehemaliger Polizist, am Morgen in seine Gewalt gebracht hatte. An Bord befanden sich überwiegend Urlauber aus Hongkong. Der Geiselnehmer wurde von einem Scharfschützen erschossen, nachdem er einen Polizisten verletzt hatte.

Der mit einem Sturmgewehr bewaffnete 55-jährige Geiselnehmer hatte den Bus Montag früh in seine Gewalt gebracht und mit der Ermordung aller Insassen gedroht.

Nach Angaben der philippinischen Behörden befanden sich in dem Bus 22 Touristen aus Hongkong, der philippinische Fahrer sowie zwei weitere Philippiner. In den ersten Stunden ließ der Kidnapper neun Geiseln, darunter drei Kinder, frei. Der Busfahrer hatte bereits vor dem Eingreifen der Polizei flüchten können.

Zwei Geiseln nach Erstürmungsversuch erschossen
Spezialkräfte umstellten den gekaperten Bus, nachdem zuvor einige Schüsse gefallen waren. Eine erste Erstürmung des Busses schlug fehl. Einem Radiosender sagte der Kidnapper daraufhin in einer Live-Sendung, er habe jetzt "zwei Chinesen" erschossen und werde alle Geiseln töten, wenn die Polizei seine Forderungen nicht erfülle.

Helfer trugen am Abend schwer verletzte und tote Menschen aus dem Bus. Im Fernsehen war zudem zu sehen, wie Rettungsfahrzeuge zum Bus fuhren.

Täter war einst hoch angesehener Polizist
Bei dem Geiselnehmer handelte es sich nach Angaben der Behörden um den 55-jährigen Rolando Mendoza, einen einst hoch angesehenen Polizeibeamten, der aber im Jänner wegen seiner Verwicklung in Raub, Erpressung und Drogendelikte entlassen worden war.

Mit der Geiselnahme wollte er seine Wiedereinsetzung in den Dienst erzwingen, sagte Manilas Polizeichef Rodolfo Magtibay. Der Mann erklärte, er habe nichts falsch gemacht, und forderte, die Verantwortlichen sollten seinen Fall prüfen.

Staatliches Fernsehen live dabei
Das philippinische Fernsehen berichtete live von der Geiselnahme. Ein Polizeisprecher hatte die Freilassung der ersten Geiseln zuvor noch als ein Zeichen für die Verhandlungsbereitschaft Mendozas bezeichnet. Demnach verhielt sich der 55-Jährige bis dahin "höflich" und habe der Polizei auch erlaubt, die Geiseln im Bus mit Lebensmitteln zu versorgen. Der Bruder des Geiselnehmers, ebenfalls ein Polizist, wurde in die Verhandlungen einbezogen.

Der Bus parkte in der Nähe des Rizal Parks, einem beliebten Touristenziel in der Altstadt von Manila. Nach Angaben des Reiseveranstalters aus Hongkong waren die Touristen zwischen vier und 72 Jahre alt. Die Gruppe hätte Manila am Montag nach dreitägigem Aufenthalt verlassen sollen.

Erinnerungen an Geiseldrama vor drei Jahren
Der Überfall weckt Erinnerungen an eine Geiselnahme im Jahr 2007, bei der ein Entführer 30 Kinder in seine Gewalt gebracht und mit einer Handgranate bedroht hatte. Damals hatte er nach zehn Stunden aufgegeben - alle Geiseln überstanden das Drama lebend.

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