Fr, 15. Dezember 2017

"Kurzes Gedächtnis"

22.08.2010 22:30

Ferrari stichelt gegen Ex-Fahrer Niki Lauda

Niki Laudas deutliche Kritik an der Ferrari-Stallorder in Hockenheim scheint dem Rennstall deutlich zugesetzt zu haben. Auf seiner Homepage stichelt das Team nun gegen seinen ehemaligen Fahrer. "Diesmal hat der gute alte Niki eine feine Gelegenheit ausgelassen, seinen Mund zu halten", heißt es in einer Kolumne des nicht namentlich bekannten, aber stets bissigen Autors mit dem Pseudonym "Der Pferdeflüsterer".

Bei dem Rennen von Hockenheim hatte der Führende Felipe Massa auf Geheiß des Teams seinen Stallkollegen Fernando Alonso passieren lassen. Lauda hatte das Vorgehen von Ferrari als inakzeptabel bezeichnet. Der Spanier, der vor dem Großen Preis von Belgien am kommenden Wochenende als Fünfter 20 Punkte hinter Spitzenreiter Mark Webber (Red Bull/Australien) und 10 Zähler hinter dessen drittplatziertem Teamkollegen Sebastian Vettel (Deutschland) liegt, gewann anschließend das Rennen.

Ferraris ominöser "Pferdeflüsterer" konterte nun auf der offiziellen Homepage der Scuderia in einem Beitrag mit der Überschrift "Moralisten mit kurzem Gedächtnis" die Lauda-Schelte. Der Österreicher habe nach dem Ende seiner Karriere mit seiner Meinung um sich geworfen. "Diesmal hat der gute alte Niki eine feine Gelegenheit ausgelassen, seinen Mund zu halten", hieß es.

Auch Max Mosley für deutlich härtere Bestrafung
Immerhin ist aber auch Ex-FIA-Präsident Max Mosley mit Lauda einer Meinung. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" forderte er jetzt einen nachträglichen Punktabzug für beide Fahrer und Ferrari: "Eigentlich müssten beiden Autos und beiden Fahrern die Punkte des Grand Prix von Deutschland aberkannt werden", sagte der ehemalige Präsident.

Für Felipe Massa tue es ihm besonders leid, meinte Mosley. "Aber er hätte sich streng nach den Regeln gegen die Stallorder wehren müssen." Die meisten Teams seien für eine Aufhebung der Stallorder, meinte Mosley. Wenn man aber den Bedürfnissen des Publikums nachkommen wolle, müsse man das Verbot beibehalten. "Für den Fall, dass sie von einem Team ins Spiel gebracht wird, müssen wir eine empfindliche Strafe verhängen", forderte der Brite, der im vergangenen Oktober von Jean Todt an der Spitze der FIA abgelöst worden war.

Verhandlung vor der FIA am 8. September
Mosley stellte jedoch klar: "Ich werde keine Empfehlung geben, aber aus der bisher bestehenden Faktenlage müsste es neben der ausgesprochenen Geldstrafe eine sportliche Sanktion geben." Unmittelbar nach dem WM-Lauf wurde Ferrari zu einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar (79.000 Euro) verdonnert (siehe Infobox).

Der World Council der FIA verhandelt die umstrittene Teamorder am 8. September in Paris.

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