Mo, 11. Dezember 2017

"Segelmeisje" on Tour

22.08.2010 00:18

14-Jährige offiziell zu Weltumseglung gestartet

Die 14-jährige Holländerin Laura Dekker ist am Samstag offiziell zu ihrem Rekordversuch gestartet, als jüngster Mensch allein um die Welt zu segeln. Die Solo-Seglerin sei am Morgen vor der Südküste Portugals mit Kurs auf die Kanarischen Inseln in See gestochen, sagte ihr Manager Peter Klarenbeek.

Die 14-jährige Laura, die mit iher Familie um die Erlaubnis gekämpft hatte, das Abenteuer auf sich zu nehmen, will den Rekord der australischen Seglerin Jessica Watson brechen. Diese hatte ihre Solo-Weltumsegelung am 15. Mai 2010 - drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag – beendet (siehe Infobox). Laura will in rund zwei Jahren von ihrem Welttörn zurückkehren - mehrere Wochen vor ihrem 17. Geburtstag am 20. September 2012.

Start nach vielen Hindernissen
Laura wollte die Weltumseglung mit ihrer acht Meter langen Jacht "Guppy" eigentlich schon im September 2009 beginnen, Kinderschützer schalteten jedoch die Justiz ein. Kurz vor ihrem geplanten Aufbruch wurde das Mädchen per Gerichtsentscheidung unter amtliche Vormundschaft gestellt, die Maßnahme wurde mehrfach verlängert.

Zuletzt hatte ein Gericht im Mai den Weltrekordversuch mit der Begründung untersagt, "dass ein zweijähriger Einhandsegeltörn große und nicht hinnehmbare Gefahren für das Kind birgt. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Sicherheit des Kindes während der Reise gewährleistet werden kann". Dem widersprach aber der jüngste Gerichtsentscheid, am 4. August brach die 14-Jährige schließlich vom kleinen niederländischen Hafen Den Osse nach Portugal auf. Ihr Vater, mit dem sie seit März auf einem kleinen Kahn lebte, begleitete sie auf der "Guppy", "um die letzten Kleinigkeiten zu testen und zu verbessern".

Laura denkt gar nicht ans Scheitern
Wie gefährlich eine solche Reise sein kann, wurde erst im vergangenen Monat deutlich: Nach einem Mastbruch musste die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland zwei Tage auf ihrem Boot ausharren, bevor sie 3.200 Kilometer westlich vor der australischen Küste gerettet wurde. Die dramatische Rettung Sunderlands habe sie verfolgt, sagte Laura vor ihrer Abreise aus den Niederlanden. "Aber das hat mich eigentlich nicht beunruhigt." Ihr Boot sei größer und stabiler als das der Amerikanerin, und außerdem wolle sie auf das bestmögliche Wetter für ihre Reise achten.

Weltweite Debatte über Verantwortung
Das Vorhaben der Niederländerin hatte im vergangenen Jahr eine weltweite Debatte darüber entfacht, wie weit Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder gehen sollten. Sowohl der Vater als auch die Mutter Lauras hatten den Weltumsegelungs-Wunsch ihrer Tochter immer unterstützt.

Die mediale Aufmerksamkeit der vergangenen Monate haben der Jugendlichen nun nicht nur ein größeres Boot beschert, sondern auch moderne Navigationsgeräte und Sicherheitsausrüstung. Die 14-Jährige lernte, Wunden zu nähen, mit Schlafentzug umzugehen und ein Feuer auf ihrem 11,50 Meter langen Schiff zu löschen.

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