Di, 12. Dezember 2017

Asterix geht fremd

20.08.2010 18:17

Franzosen empört: Gallier werben für Fast-Ffood-Kette

Ein französisches Nationalsymbol geht fremd. Weder Römer noch Piraten konnten die gallischen Comic-Helden Asterix und Obelix einst aufhalten - doch nun scheint Streben nach Gewinn sie bezwungen zu haben. McDonald's hat sie als Werbehelden unter Vertrag genommen. Großflächig sieht man die streitbaren Gallier auf Anzeigen in Métro-Stationen und Zeitungen nun beim Gelage in einer Filiale der Fast-Food-Kette.

Big Mac und Pommes statt Wildschwein und Bier - für viele Franzosen droht der Himmel einzustürzen. In Internet-Foren und Zeitungsspalten macht sich Empörung breit. "Ketchup auf dem Barte von Asterix", titelte die Zeitung "Le Figaro".

Kampagne trifft Franzosen mitten ins Herz
Der kleine gewitzte Comic-Gallier Asterix und sein voluminöser Freund Obelix ließen sich in der Vergangenheit gerne von den kulinarischen Spezialitäten Lutetias verführen, wie Paris zur Römerzeit genannt wurde. Und nun, bei Teutates, geben sie sich ausgerechnet einer Ess-Kultur hin, die vielen Franzosen lange Zeit als Inbegriff aller Bedrohungen durch Globalisierung und Kultur-Imperialismus galt. Die Anzeigenkampagne trifft daher mitten ins Herz der Franzosen, für die die Asterix-Charaktere ein Ausdruck der unbeugsamen nationalen Eigenständigkeit sind.

Besorgt werfen Kritiker die Frage auf, ob der kleine streitlustige Gallier des ewigen Kampfes müde geworden oder ihm etwa der Zaubertrank ausgegangen ist. Im kollektiven Bewusstsein sind die streitbaren Gallier weiterhin fest verwurzelt - auch wenn die wohl bekannteste Comic-Figur der Welt nach Walt Disneys Mickey Maus ein wenig in die Jahre gekommen ist. Die ungestümen Underdogs, die den Kampf gegen die Römer nicht fürchten, konnten mit ihren jüngsten Abenteuern keine recht großen Begeisterungsstürme mehr auslösen.

Abenteuer in über 100 Sprachen übersetzt
Seit ihrem ersten Erscheinen 1959 wurden die Asterix-Bände in mehr als hundert Sprachen übersetzt und 325 Millionen Mal verkauft. Den furchtlosen Revoluzzern wurde sogar ein Freizeit-Park gewidmet, 30 Kilometer nordöstlich von Paris. Das gallische Dorf hat selbst der Invasion von Mickey Maus widerstanden, die sich dort mit Euro Disney ebenfalls recht erfolgreich einen Vergnügungspark gegönnt hat.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden