Mo, 11. Dezember 2017

Slowene verurteilt

20.08.2010 10:44

Ordensbruder über Jahre mit sexueller Beziehung erpresst

Wegen Erpressung eines Ordensangehörigen ist ein junger Slowene am Donnerstag am Grazer Straflandesgericht zu 15 Monaten Haft, fünf davon unbedingt, verurteilt worden. Der 24-Jährige hatte seinem Opfer gedroht, das intime sexuelle Verhältnis der beiden auffliegen zu lassen und Nacktfotos ins Internet zu stellen - sofern der Geistliche ihm kein Geld gebe. Aufgrund mehrmonatiger U-Haft wurde der Angeklagte nach der Verhandlung auf Bewährung entlassen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Slowene soll den Ordensmann im Jahr 2005 kennengelernt haben. "Der Angeklagte hat erzählt, seine Frau liege im Krankenhaus und er brauche Geld für die Behandlung", schilderte Staatsanwältin Eva Pachernig schon beim ersten Verhandlungstag im Juli.

"Schweigegeld" gefordert
Es soll dann zu sexuellen Kontakten zwischen dem Slowenen und dem Ordensbruder gekommen sein. Schließlich soll der 24-Jährige begonnen haben, seinen Bekannten zu erpressen. Der junge Mann forderte immer mehr Geld, andernfalls, so soll er gedroht haben, werde er das Verhältnis öffentlich machen. Auf diese Weise bekam er mehrere Tausend Euro - doch im Mai dieses Jahres erstattete der Erpresste Anzeige. Der Verteidiger übergab dem Anwalt des Opfers bei der Verhandlung 2.000 Euro in bar, zur Begleichung von 6.000 Euro, die sich der Beschuldigte über das erpresste Geld hinaus vom Ordensbruder geliehen hatte.

Angeklagter fühlte sich nicht schuldig
Der Slowene fühlte sich nicht schuldig hinsichtlich der Erpressung - das Schöffengericht sah das nach der Befragung des Opfers und den Schlussplädoyers anders. Richter Erik Nauta führte jedoch auch das "ambivalente Verhältnis" der beiden an: "Die homosexuelle Beziehung stand nicht nur unter dem Eindruck der Drohung. Es gab auch gegenseitiges Einvernehmen, zum Beispiel bei gemeinsamen Besuchen in Hotels oder Saunas." Das Gericht erkannte aber, dass der Slowene die Angst des Opfers, seine Position im Orden zu verlieren, ausnutzte, um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

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