Mo, 11. Dezember 2017

"Traum wird wahr"

19.08.2010 15:16

Newcomer Bebe: Vom Straßenkind zum Fußball-Star

Aufgewachsen in einem Waisenhaus, lernte er das Fußballspielen auf der Straße. Noch vor einem Jahr hat Tiago Manuel Dias Correia, genannt Bebe, bei Obdachlosen-Turnieren mitgespielt. Jetzt blätterte Spitzen-Klub Manchester United für den 20-Jährigen satte neun Millionen Euro hin. Von der Straße in den Fußballhimmel - davon träumen viele. Für Bebe ist dieser Traum wahrgeworden.

Wie ein Märchen klingt die Geschichte des jungen Mannes aus Portugal. Geboren in einem heruntergekommenen Vorort Lissabons, verließen ihn seine Eltern mit zehn Jahren. Von da an wohnten Bebe und sein älterer Bruder auf der Straße und in verschiedenen Waisenhäusern. Schon als Kind musste sich Bebe durchsetzen, im Fußball wie im richtigen Leben. Das Spielen lernte er auf der Straße.

Vom den Straßen Lissabons in die Premier League
Erst vor wenigen Wochen war Bebe vom portugiesischen Zweitligisten Estrela Amadora für knapp 50.000 Euro zum Erstligisten Vitoria Guimaraes gewechselt, der ihn nach einer eindrucksvollen Vorbereitung mit fünf Toren mit Riesengewinn an ManU weiterverkaufte. Der technisch wie athletisch starke Angreifer werde in Old Trafford ähnlich großen Erfolg haben wie sein Landsmann Cristiano Ronaldo, meinte Bebes Entdecker, Amadora-Coach Jorge Paixao. "Er ist ganz anders als andere Fußballer. Er hat den Sport auf der Straße in schlimmen Vierteln gelernt, ist unheimlich kreativ und sehr frech."

Spielen gesehen hat den 1,90-Meter-Mann, der in der Offensive variabel einsetzbar ist, noch fast niemand - nicht einmal sein neuer Trainer Alex Ferguson. Der United-Coach hat bei der Verpflichtung blind einem Tipp seines langjährigen Freundes und Wegbegleiters Carlos Queiroz vertraut. Dass sich weder Portugals Teamchef noch Ferguson geirrt haben, versichert Guimaraes-Trainer Antonio Machado: "Ich habe Bebe nur ein paar Wochen bei mir gehabt, ihn aber lange verfolgt. Er kann ein Weltklassemann werden."

Vom Straßenkind zum Star
Sein Zimmer im Waisenhaus "Casa do Gaiato" in Loures bei Lissabon hat der junge Mann mit den Rastalocken noch nicht einmal geräumt. "Als er sich von uns verabschiedet hat, haben wir alle wie verrückt geweint", erzählt seine einstige Waisenbetreuerin Ana Maria. Bebes Eltern waren Einwanderer von den Kapverdischen Inseln, vor einem Jahr hat er noch auf der Straße zwischen Mülltonnen, mit Zeitungen zugedeckt, geschlafen.

Geschockt habe Bebe auf das Angebot aus Manchester reagiert. "Er hat hier zwei Tage lang geweint, wollte eigentlich nicht weg", erklärt Pater Arsenio, der Leiter des Waisenhauses in Loures. "Er ist von einer Ecke des Heimes zur anderen gegangen. Für die Kinder und Jugendlichen ist er plötzlich zum Vorbild geworden, aber er selbst ist noch geschockt." Er müsse nun von einem Tag auf den anderen mit Ruhm und Reichtum fertig werden. "Das ist nicht leicht. Aber bei uns hat er viel gelernt", hofft Pater Arsenio.

Wird er der neue Star in Old Trafford?
ManU-Trainer Ferguson setzt große Hoffnungen in den Shooting-Star aus Portugal. Bebe selbst hat den Sprung in die Premier League noch nicht ganz verdaut. "Ein Traum ist wahr geworden", stammelt der schüchterne Kicker in seinem ersten Radio-Interview. Um seine Finanzen muss sich Bebe zukünftig keine Sorgen mehr machen. Während er bei seinem ersten Klub Estrela Amadora seine 1.300 Euro Monatsgehalt wegen finanzieller Probleme des Zweitligisten nur unregelmäßig erhielt, wird er bei Manchester 65.000 Euro pro Monat kassieren.

Bebes Herkunft sollte dafür sorgen, dass er auf dem Boden bleibt. Dann, so Fergusson, wird ihm der Erfolg wohl sicher sein. Bei Manchester United wird der Jung-Star sich allerdings sehr wohl anstrengen müssen, immerhin erwarten ihn dort Fußball-Größen wie Wayne Rooney, Rafael, Fabio und Gary Neville, neben denen er bestehen muss.

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