Do, 14. Dezember 2017

Hat Mattel geklaut?

18.08.2010 15:24

Spionagethriller im Barbie-Milieu beschäftigt Justiz

Nach juristischem Wirbel um seine Barbie-Puppen ist der US-Konzern Mattel erneut in einen heftigen Rechtsstreit mit einem Konkurrenten verwickelt. Der Rivale MGA Entertainment wirft Mattel nun Spionage vor, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) vom Mittwoch unter Berufung auf Justizdokumente berichtete. Mattel versuche seit mehr als 15 Jahren, seine Konkurrenten auszuspionieren, zitierte das Blatt aus den Unterlagen.

Mattel-Beschäftigte seien mit gefälschten Ausweisen sowohl auf das MGA-Betriebsgelände als auch auf das Gelände des Spielzeugherstellers Hasbro vorgedrungen und hätten Produkte fotografiert. Der Prozess wird dem Bericht zufolge im Jänner vor einem kalifornischen Gerichtshof stattfinden.

In einem früheren Prozess hatte die US-Justiz im Jahr 2008 Mattel Recht gegeben. Die Firma behauptete damals, MGA habe sich von Barbie (rechts) inspirieren lassen, um ihre eigene Puppe Bratz (links) im Jahr 2001 auf den Markt zu bringen. Ein Berufungsgericht hat dieses Urteil im Juli jedoch gekippt.

Richter: "Mattel hat nicht das Monopol auf Modepuppen"
"Mattel kann nicht ein Monopol für Modepuppen mit frechem Aussehen oder Eigenschaften oder für sportliche und modische Puppenkleidung beanspruchen. Das sind alles nicht schützbare Ideen", begründete der Richter Alex Kozinski im Juli sein Urteil. Das Berufungsgericht befand, die Vorinstanz habe Fehler begangen, als sie Mattel die Urheberrechte an Bratz zusprach und ein Verkaufsverbot verhängte. "Der gesamte Fall muss neu verhandelt werden", erklärte Kozinski.

Mattel hatte außerdem den Bratz-Designer Carter Bryant wegen Vertragsbruchs verklagt. Der Konzern argumentiert, Bryant habe die Konkurrenzpuppe entworfen, als er noch für Mattel arbeitete. Dann habe er sie aber vom Mitbewerber MGA herstellen und vertreiben lassen.

Bratz hat sich seit ihrem Start 2001 zur ernsten Konkurrentin für Barbie entwickelt. Der Bratz-Umsatz übersteigt inzwischen eine Milliarde Dollar (776 Millionen Euro). Die Bratz-Serie, die aus vier verschiedenen Puppen besteht, wird ähnlich wie Barbie mit zahlreichen Outfits und Accessoires verkauft. Bratz punktet dabei vor allem durch ihr im Vergleich zu Barbie frecheres Aussehen und Image.

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