Fr, 15. Dezember 2017

Erbschaftsstreit

18.08.2010 12:12

Schachgenie Bobby Fischer nicht Vater von Neunjähriger

Der 2008 verstorbene ehemalige Schachweltmeister Bobby Fischer war nicht der Vater der heute neunjährigen Philippinin Jinky Young. Das ergab eine Analyse jener DNA-Proben, die Fischers Leichnam Anfang Juli im Rahmen einer Exhumierung auf einem Friedhof in Island entnommen worden waren.

Wie isländische Medien berichteten, wurde das Resultat der DNA-Analyse am Dienstag einem Gericht in der Hauptstadt Reykjavik übermittelt. Das Schachgenie liegt auf einem Friedhof nahe Selfoss im Süden der Insel begraben.

Kampf um 2-Millionen-Dollar-Erbe
Die Mutter der Neunjährigen und ehemalige Geliebte des Ex-Weltmeisters, der mit den Behörden seines Heimatlandes USA wegen angeblicher Steuerhinterziehung im Clinch lag, behauptete, dieser sei der Vater ihrer Tochter gewesen. In dem noch anhängigen Rechtsstreit geht es um das Erbe in Form eines Grundstücks in den USA, dessen Wert auf rund 2 Millionen Dollar geschätzt wird. Weitere Ansprüche haben zwei Neffen Fischers sowie eine Japanerin angemeldet. Letztere behauptet, Fischer habe sie gültig geheiratet.

Der als exzentrisch geltende Fischer verbrachte die letzten drei Jahre seines Lebens in Island, wo er im Alter von 64 Jahren in einem Krankenhaus in Reykjavik an Nierenversagen starb. Er hatte seine amerikanische Staatsbürgerschaft aus Protest zurückgegeben und war anschließend von den isländischen Behörden 2005 eingebürgert worden, da ihm die Abschiebung aus japanischer Auslieferungshaft in die USA drohte.

Wunderkind und "Held" im Kalten Krieg
Fischer sorgte in seinem wechselvollen Leben zunächst als Wunderkind und absoluter Ausnahme-Schachspieler für Schlagzeilen. 1972 entthronte er in einem legendären Titelkampf in Reykjavik den russischen Weltmeister Boris Spasski: Sage und schreibe 19 Partien in Folge gewann Fischer und etablierte sich damit endgültig als einer der weltweit besten Schachspieler. In seiner Heimat wurde er zu dieser Zeit nicht zuletzt auch als "Held" im Kalten Krieg gegen die damalige Sowjetunion gefeiert.

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