Di, 12. Dezember 2017

Neue Theorie

17.08.2010 17:17

Futtermangel ließ die Mammuts aussterben

Nicht die Jagdwut des Menschen (siehe Story in der Infobox), sondern schlicht Futtermangel ließ laut einer neuen britischen Studie die Mammuts aussterben. Weil Weideflächen rar wurden, während Wälder sich ausbreiteten, fanden Mammuts und viele andere Säugetierarten Wissenschaftlern zufolge nicht genug zu fressen.

So seien die Populationen von Wollhaar-Mammuts, aber auch von Riesenhirschen, Wollhaar-Nashörnern und Höhlenlöwen massiv zurückgegangen, fanden Forscher der Universität Durham heraus. Das Forscherteam hatte alte Aufzeichnungen über Blütenpollen untersucht und Entwicklungen in der Vegetation und in Lebensräumen unter dem Einfluss von Klimaveränderungen simuliert, wie sie sich während und nach der letzten Eiszeit vor 21.000 Jahren ereignet hatten.

Der Mensch, der durch Jagd, aber auch den Wettbewerb um Lebensräume Einfluss auf die Tiere nahm, sei weit weniger beteiligt gewesen als bisher angenommen, hieß es. Die Studie ist die bisher umfassendste Erhebung zur Vegetation und zum Klima auf der Nordhalbkugel in der Zeit. Der US-Forscher Dale Guthrie hatte bereits 2006 eine ähnliche These vertreten.

Weideflächen wurden rar
Vor allem für große Säuger wurde es demnach immer schwerer, genügend Weideflächen für die Nahrungsaufnahme zu finden. "Das Wollhaarmammut zog sich vor 14.000 Jahren nach Nord-Sibirien zurück, während es die 100.000 Jahre zuvor durch viele Teile Europas gewandert war", sagte Prof. Brian Huntley vom Institut für biologische und biomedizinische Wissenschaften an der Universität Durham.

Die massive Klimaerwärmung habe die Grünflächen schwinden und - durch mehr Luftfeuchtigkeit und höhere Kohlendioxid-Konzentration in der Luft - Wälder sprießen lassen, fanden die Forscher heraus. Insofern lasse die Studie auch Rückschlüsse auf die Folgen der schnellen Klimaerwärmung unserer Zeit zu. Große Säuger wie Elefanten und Nashörner seien die ersten bedrohten Arten.

Wandel der Vegetation setzte Tieren zu
"Der Wandel von ergiebigen Grasflächen in weiten Teilen Nord-Eurasiens, Alaskas und Yukons hin zu weniger ergiebigen Tundra-ähnlichen Lebensräumen hatte einen großen Effekt auf viele Arten, besonders auf die großen Pflanzenfresser wie das Wollhaar-Nashorn und das Wollhaar-Mammut", resümiert Huntley.

Die Forscher aus Durham, die ihre Arbeit im Wissenschaftsjournal "Quaternary Science Reviews" veröffentlichten, wurden bei der Studie von Experten des Londoner Museums für Naturgeschichte, der Universität Bristol und der schwedischen Universität Lund unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden