Do, 14. Dezember 2017

Echter Härtetest

17.08.2010 13:03

Für Hochleistungs-Gamer: "Summer Challenge"

Wettkämpfe sind nicht nur hart, sie sind die Hölle! Mensch und Material sind gewaltigen und mitunter schmerzhaften Belastungen ausgesetzt. Schon in den Anfängen der Computerspiele waren die Decathlon-Bewerbe ein echter Härtetest für jeden Joystick. Die Schwachen hatten keine Chance und gaben ächzend oder splitternd ihren Geist auf. Das galt nicht nur fürs Material, sondern auch für den einen oder anderen Spieler. Mit dtps "Summer Challenge" feiert diese Herausforderung jetzt ihr Revival.

Insgesamt 20 Disziplinen werden aufgeboten, um den besten Leichtathleten zu küren. Die Bewerbe sind in die Kategorien Laufen, Werfen, Springen, Schwimmen, Turmspringen, Trampolin-Turnen, Bogenschießen und Florett-Fechten aufgeteilt. Letzteres bildet dann auch gleich den Auftakt zur persönlichen Ochsentour: Mit dem linken Stick wird der Sportler bewegt, mit den Tasten wird attackiert oder verteidigt, wobei die zur Verteidigung zu drückende Taste eingeblendet wird.

Das ist keine allzu große Herausforderung, zumindest in der leichtesten Schwierigkeitsstufe "Sofort Spaß!". Doch die aufkeimende Vorfreude auf spannende Wettkämpfe endet abrupt, wenn der Schwierigkeitsgrad gesteigert wird. Dann dominiert aufgrund der scheinbar schier übermächtigen Gegner nämlich schnell der Frust.

Deshalb geht es schnell weiter zum Bogenschießen, wo es mit gespanntem Bogen möglichst zielsicher in Schwarze zu treffen gilt. Störenfried ist hierbei vor allem der Seitenwind, der das Zielen ziemlich erschwert. In der "Sofort Spaß"-Stufe herrscht hingegen immer Flaute. Damit entfällt aber auch die einzige Schwierigkeit und Höchstpunktzahlen in Serie sind mühelos zu erreichen.

Kunstvoll ins kühlende Nass
Doch genug gefochten und geschossen. Das Trampolin scheint als Fortsetzung der sportlichen Tour angemessen. Mit dem linken Stick wird die Sprunghöhe erreicht, während die eingeblendeten Tasten zeitgerecht gedrückt werden müssen, um die Figuren sauber auszuführen.

Derart eingesprungen und schon ziemlich durchgeschwitzt, bereitet ein Sprung ins kühlende Nass ziemlich Freude. Beim Turmspringen sollen daher mit perfekt ausgeführten Figuren die Punkterichter beeindruckt werden. Dazu müssen die Analog-Sticks zur rechten Zeit in die richtige Richtung gedrückt und abschließend die Eintauchphase gemeistert werden.

Ein Kribbeln in den Fingern
Bis jetzt ist von Stick-Gerüttel, krachenden Controllern und leidenden Fingern nichts zu bemerken. Das wird sich mit der nächsten Disziplin – viel zu schnell – ändern, denn bei den Schwimmbewerben geht es erstmals so richtig zur Sache. Die Finger beginnen nach der ersten Länge leicht zu kribbeln, nach der zweiten zwickt es schon ein wenig.

Beim Weitsprungbewerb und beim Speerwurf kommt zum Gerüttel noch die Einstellung der Sprungwinkel hinzu. Den nun schon beleidigten Fingern steht aber noch die ultimative Herausforderung bevor, der 1.500-Meter-Lauf. Die Runden ziehen sich immer mehr und die Hände verweigern allmählich ihren Dienst. Nur mit Ach und Krach rettet sich der Sprinter ins Ziel. Der Tester reibt sich die schmerzenden Fingerkuppen und gönnt sich zur Erholung einen Blick in auf den Karrieremodus.

Happiger Schwierigkeitsgrad im Karrieremodus
Als hoffnungsvolles Talent soll man sich darin bis zum überall gefeierten Allrounder hocharbeiten. Ab dem Erreichen des dritten Platzes in einer Disziplin werden weitere Bewerbe frei geschalten, zudem gibt es Punkte, die auf diverse Sportlerattribute aufgeteilt werden dürfen. Vom Ansatz her klingt das für Einzelspieler vielversprechend, leider macht jedoch der happige Schwierigkeitsgrad alles zunichte. Die KI gesteuerten Sportler stellen nicht zu überwindende Gegner dar, die jede Motivation bereits im Keim ersticken.

Deutlich besser funktioniert es im Spiel gegen menschliche Spieler. Spannende Wettkämpfe sind dann fast schon garantiert. Die Präsentation ist zwar zeitgemäß, bietet aber nichts wirklich Herausragendes.

Fazit: Das Material hält, des Spielers Hände meistens nicht. Ob die Controller der Belastung tatsächlich auf Dauer standhalten, bleibt jedoch abzuwarten. Im Gegensatz zum Urahn "Decathlon" sind beim "Summer Challenge Athletics Tournament" zwei Analog-Sticks gleichzeitig im Einsatz und die Präsentation entspricht annähernd den heutigen Möglichkeiten. Leider sind die Computergegner jedoch wahre Spielverderber, weshalb nur der Mehrspieler-Modus bleibt, wenn man so etwas wie länger anhaltenden Spielspaß erfahren möchte.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC, Wii
Publisher: dtp
krone.at-Wertung: 5/10  (Einzelspieler),  7/10 (Mehrspieler)

von Harald Kaplan

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