Di, 12. Dezember 2017

Kärntner Sorgenkind

17.08.2010 08:58

'Wackelbrücke': Nun schlägt auch zweite Fahrbahn Wellen

Die Tauernautobahn im Kärntner Liesertal wird immer mehr zum Sorgenkind und "Millionengrab" der Asfinag. Statt elf Millionen kostet die Sanierung, die eigentlich in Rekordzeit abgeschlossen hätte werden sollen, im fünften Jahr bereits 34 Millionen - und die Altersbergbrücke schlägt wieder Wellen...

Besorgten Autofahrern ist es bereits aufgefallen, auf der berühmt-berüchtigten "Wackelbrücke" wellt sich auch der Asphalt auf der zweiten Richtungsfahrbahn. Dabei war gerade erst die Fahrbahndecke in Richtung Salzburg mit Betonsägen in kleine, 2,5 Tonnen schwere Einzelstücke zersägt worden.

Experten wundert's nicht, dass jetzt die zweite, ebenfalls bereits neue Fahrbahn Wellen schlägt. Und das, obwohl die bauausführende Firma Strabag das Tragwerk schon mit 250 Tonnen Stahl verstärkt hat: "Dennoch ist das mehr als 30 Jahre alte Tragwerk der Altersbergbrücke immer noch dasselbe!"

"Eine planmäßige Welle"
Auch den vielen Asfinag-Spezialisten, Statikern, Vermessern und Planern sind diese Unebenheiten aufgefallen. Die offizielle Begründung dafür klingt kurios und altbekannt: "In einem Feld haben wir eine planmäßige Welle", beharrt Asfinag-Sprecher Volker Höferl, obwohl ein Ortsaugenschein der "Kärntner Krone" ganz klar mehrere Wellen zeigte (siehe Foto).

Höferl: "Diese Welle ist zwischen April und Mai während der Abbrucharbeiten der anderen Fahrbahndecke entstanden. Mit dem Gegengewicht der wieder neu zu errichtenden Fahrbahn soll es sich dann ausgleichen." Die nahezu gleiche Antwort hatte es übrigens schon beim ersten Wellenschlag gegeben.

Projekt noch lange nicht vorbei
Doch nicht nur die Altersbergbrücke, sondern auch an der L43 muss das Stahltragwerk verstärkt werden. Eine Dimension größer wird's bei der L39, der Rachenbachbrücke, denn da müssen sogar die gesamten Betonpfeiler verstärkt werden! Höferl: "Das stimmt. Wir haben das Baulos im kommenden Jahr vor, weil es während der Generalsanierung nicht gemacht wurde." Warum? "Das weiß ich nicht, man hätte es gleich ausschreiben sollen."

Dennoch hält die Asfinag weiter am Fertigstellungstermin 30. Juni 2011 fest. "Dann wird die zweite Spur des Tauerntunnels freigegeben", so Höferl zuversichtlich. Hält der Termin, hat die Generalsanierung wegen statt zwei gut sechs Jahre gedauert.

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden