Do, 14. Dezember 2017

Empörung in Israel

17.08.2010 17:47

Soldatin posiert mit Gefangenen auf Facebook

Inmitten der Bemühungen um die Wiederaufnahme direkter Nahost-Friedensgespräche haben im Internet veröffentlichte Fotos einer israelischen Soldatin mit palästinensischen Gefangenen für Empörung gesorgt. Die Soldatin Eden A. hatte auf ihrer Seite beim Online-Netzwerk Facebook Fotos veröffentlicht, die sie lachend neben von ihr bewachten palästinensischen Häftlingen zeigen. Darunter schrieb sie: "Die Armee, die beste Zeit meines Lebens".

Zwei der auf einem israelischen Militärstützpunkt aufgenommenen Bilder (siehe oben) wurden am Montagabend vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Israel gezeigt. Auf einem ist die uniformierte Frau neben einem palästinensischen Gefangenen zu sehen, dem die Augen verbunden sind, auf dem anderen steht die Soldatin lächelnd vor drei palästinensischen Gefangenen, denen Handschellen angelegt und die Augen verbunden wurden.

Die israelische Armee kritisierte in einer Erklärung "das beschämende Verhalten der Soldatin". Ein Sprecher der Streitkräfte nannte die Fotos "schamlos". Ein Vertreter der palästinensischen Behörde verurteilte die Bilder als "demütigend".

"Eine Haltung, die Norm geworden ist"
Auch der Direktor des israelischen Anti-Folter-Komitees, Jischai Menuschim, verurteilte in einer Erklärung das Verhalten der Soldatin. Es illustriere "eine Haltung, die eine Norm geworden ist und darin besteht, Palästinenser wie Objekte und nicht wie menschliche Wesen zu behandeln".

Da die Frau ihren Wehrdienst aber bereits 2008 beendet habe, sei nicht klar, ob die Streitkräfte noch gegen sie vorgehen könne, sagte ein Militärsprecher.

Ex-Soldatin verteidigt Gefangenenfotos
Die Soldatin hat ihre Fotos am Dienstag verteidigt. "Ich verstehe immer noch nicht, was falsch daran war", sagte sie im Interview des Armeerundfunks. Sie habe mit den Bildern keine politische Aussage machen, sondern lediglich ihre Erfahrungen bei der Armee zeigen wollen. "Auf den Fotos war keine Gewalt und keine Respektlosigkeit oder sonst irgendetwas zu sehen, was eine Person verletzen könnte", sagte sie.

Trotzdem habe sie die Bilder wieder entfernt, nachdem ihr bewusst geworden sei, dass andere Menschen sich davon gekränkt fühlen. In einem weiteren Interview wehrte sich die Ex-Soldatin gegen Vergleiche mit den Abu-Ghraib-Bildern. "Ich habe diese Häftlinge nicht erniedrigt und ich habe sie nicht geschlagen. Ich hab mich ihnen gegenüber nicht unangenehm verhalten. Es war etwas ganz anderes als das, was die amerikanischen Soldaten taten, mit denen mich manche vergleichen wollen", sagte sie.

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