Sa, 16. Dezember 2017

Finanzziele erfüllt

16.08.2010 16:26

Krankenkassen heuer mit Plus von 106 Millionen Euro

Die Krankenkassen befinden sich offenbar auf einem guten Weg. Laut einer am Montag vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlichten Prognose rechnet die Krankenversicherung heuer insgesamt mit einem Gebarungsüberschuss von 105,6 Millionen Euro. Auch die neun Gebietskrankenkassen erwarten mit 39,7 Millionen Euro ein positives Ergebnis.

Bei der letzten Prognose im Mai war noch von einem Defizit von zwölf Millionen Euro für die gesamte Krankenversicherung und von 77 Millionen Euro für die neun GKKs ausgegangen worden.

Finanzziele "übererfüllt"
Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nennt der Hauptverband eine "Übererfüllung der Finanzziele". Der Hauptverband hatte mit den Kassen eine Kostendämpfung von 214 Millionen Euro für heuer vereinbart als Voraussetzung dafür, dass sie die 100 Millionen aus dem Strukturfonds erhalten. Nach derzeitigem Stand werden die Kassen aber nicht nur 214 Millionen, sondern sogar rund 270 Millionen Euro an Einsparungen zustande bringen.

Zudem fallen die Steigerungsraten im Medikamentenbereich deutlich geringer aus als noch im Vorjahr erwartet. Für heuer wird derzeit ein Kostenwachstum von 3,8 Prozent angenommen, in den vergangenen Jahren war es noch über sechs Prozent gelegen. Darüber hinaus macht sich auch bei den Sozialversicherungen langsam die bessere Wirtschaftsentwicklung bemerkbar - seit einigen Monaten steigen die Beitragseinnahmen wieder.

Fünf Gebietskrankenkassen im Plus
Bemerkenswert ist vor allem, dass nach dieser Prognose von den neun Gebietskrankenkassen heuer fünf positiv abschließen werden. Die jahrelang tiefrote Wiener Kasse erwartet ein Plus von 39,8 Millionen Euro. Hauptgrund dafür ist allerdings, dass die WGKK aufgrund eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes 49 Millionen Euro an Nachzahlungen der Stadt Wien für das Hanusch-Krankenhaus eingeplant hat.

Ein positives Ergebnis erwarten auch die Gebietskrankenkassen in Kärnten (plus 15 Millionen), Tirol (+5,8 Mio.), Burgenland (+2,8 Mio.) und Vorarlberg (+1,3 Mio.). Im Minus sind die Steiermark (-1,0 Mio.), Salzburg und Niederösterreich (je -4,0 Mio.) und am tiefsten in den roten Zahlen befindet sich die jahrelang als Musterschüler geltende Oberösterreichische GKK mit minus 16,0 Millionen Euro. Ein negatives Ergebnis erwartet auch die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) mit minus 10,9 Millionen Euro.

Im Hauptverband warnt man allerdings davor, dass sich die Kassen nun auf den Lorbeeren ausruhen. Ohne den für 2011 noch nicht fixierten Strukturfonds und die damit verbundenen Finanzziele würde die Krankenversicherung im nächsten Jahr mit 244 Millionen Euro ins Minus rutschen.

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