Mi, 13. Dezember 2017

Bluttat in Absam

16.08.2010 15:13

47-Jähriger drosch mit Hammer auf die Schwester (44) ein

Schreckliche Szenen haben sich am Sonntagabend in einem Haus direkt neben der Wallfahrtskirche in Absam abgespielt: Ein 47-Jähriger stieg in die Wohnung seiner Schwester (44) ein und schlug mit einem Hammer wie von Sinnen auf die Frau ein. Das Opfer überlebte knapp, der Verdächtige stellte sich am Tatort der Polizei.

Hintergrund der Bluttat dürften jahrelange Streitigkeiten innerhalb der Familie gewesen sein: "Es gab mehrere aktenkundliche Vorfälle, auch Wegweisungen wurden verhängt", sagte Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes, zur "Krone".

Auch Brigitte Müller, die seit zwei Monaten im selben Haus zur Miete wohnt, berichtet von einigen lautstarken Zwischenfällen. Auch Alkohol dürfte immer wieder im Spiel gewesen sein. Im Gebäude wohnen das Opfer Romana H., deren Mutter sowie mehrere Mieter. Der tatverdächtige Bruder Gerhard lebt in Mils, war aber immer wieder in seinem Elternhaus im Zentrum von Absam.

Mieterin Müller kehrte am Sonntag gegen 20 Uhr heim und traf das Opfer unmittelbar vor der Bluttat: "Wir haben uns gegrüßt, alles schien normal zu sein. Vom Bruder war noch nichts zu sehen." Wenig später traf der 47-Jährige aber in der Walburga-Schindl-Straße ein, holte sich aus dem Geräteschuppen einen Hammer und eine Säge und drang über die Veranda in die Wohnung seiner Schwester ein. Offenbar ohne zu zögern schlug der Alkoholisierte mit dem Hammer auf die 44-Jährige ein. Einige Jugendliche, die sich gerade im Haus aufhielten, schlugen Alarm.

Geständnis, aber kein genaues Motiv genannt
"Der Verdächtige ließ sich am Tatort widerstandslos festnehmen. Er gestand die Tat, verweigerte aber die Nennung eines konkreten Motivs", so Ermittler Pupp.

Das Opfer wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen in die Innsbrucker Klinik eingeliefert. "Ihr Zustand ist stabil", lautete am Montagnachmittag die erfreuliche Auskunft der Ärzte. Dennoch ist Absams Bürgermeister Arno Guggenbichler nach dem Drama entsetzt: "Ich kenne die Familie und bin bestürzt, dass so etwas in unserer Gemeinde passieren kann."

von Andreas Moser, Tiroler Krone
Symbolbild

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