Di, 12. Dezember 2017

"Nicht heimlich"

15.08.2010 10:03

Verabschiedung von Bischof Iby mit tosendem Applaus

Bischof Paul Iby hat sich am Samstag bei einer Vigilfeier anlässlich des 50. Jahrestages der Errichtung der Diözese Eisenstadt am 15. August 1960 im St. Martins Dom in der burgenländischen Landeshauptstadt verabschiedet. Er wollte "nicht heimlich, still und leise durch die Sakristei verschwinden", sagte Iby in seiner Ansprache am Ende der Messe. Die Gläubigen dankten ihm mit tosendem Applaus für seine Dienste als Diözesanbischof und für seinen Dialog, den Iby stets pflegte.

"Als ich im Jahre 1992 zum Bischof ernannt und im Jänner 1993 geweiht worden bin, habe ich diese Aufgabe mit Angst und Sorge ergriffen", blickte Iby zurück. Er sei sich vorgekommen, "als ob ich in einen Schnellzug eingestiegen wäre, der nicht zum Stehen kommt", so der Bischof. "Die Aufgabe des Diözesanbischofs war schwer, und ich musste in sie hineinwachsen. Die Aufgabe war aber auch schön", resümierte er.

"Trotz der Schwierigkeiten, vor allem in Personalfragen und mancher organisatorischer Probleme, kann ich sagen: Es war schön und ermutigend, Bischof dieser Diözese zu sein. Das Mittun der Priester, die Zusammenarbeit mit den Laien-Christen, der Jugend und den Kindern habe ihn immer bestärkt, "nicht mutlos zu werden".

"Das Gemeinsame ist immer noch größer als das Trennende"
Dank sprach Iby aber nicht nur ihnen, sondern auch den Ämtern, Behörden und Amtsträgern aus: "Wenn es auch Spannungen und Diskussionen im Land gegeben hat, so will ich doch sagen, das Miteinander funktioniert noch. Das Gemeinsame ist immer noch größer als das Trennende. Und ich sage mit überzeugender Stimme, ich glaube der Dialog für das Burgenland hat dazu viel beigetragen."

Abschließend verabschiedete er sich "mit Dank und gutem Gefühl vom Volk Gottes meiner Diözese". "Ich übergebe euch mit den besten Wünschen an den neuen Oberhirten Ägidius. Ich empfehle euch den Schutz der Gottes Mutter Maria und unseres Diözesanpatrons, den Heiligen Martin", so der Bischof.

Prozession durch die Landeshauptstadt
Die Vigilfeier führte die zahlreich erschienenen Gläubigen, Weggefährten und Freunde des Bischofs von der Gnadenkapelle am Eisenstädter Oberberg in einer Prozession durch die Landeshauptstadt und endete in einer Eucharistiefeier in der Domkirche mit anschließender Agape im Innenhof des Doms, bei der Iby seinen Dialog weiter fortsetzte: "Wahrscheinlich wollen manche mir die Hand geben und ein gutes Wort sagen. Ich bleibe so lange draußen, so lange es Bedarf ist."

"Der Dialog hat unseren Bischof wirklich ausgemacht", sagte eine gerührte Gläubige aus Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Sie sei "traurig, dass der Iby jetzt geht". Worte über Traurigkeit verlor der Bischof keine. Für ihn beginne jetzt ein "neuer Lebensabschnitt". Dennoch merkte man ihm zwischenzeitlich an, dass ihm der Abschied nicht leicht fiel, auch wenn er oder auch die Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel (VP) durch ein paar Anekdoten die Besucher im Dom und Iby selbst zum Lachen brachten.

Zsifkovics wird am 25. September zum Bischof geweiht
Bischof Iby führt nun in der Diözese das Amt des Apostolischen Administrators aus. Er war 18 Jahre lang als Diözesanbischof der Landeshauptstadt tätig. Der erste Bischof der Diözese Eisenstadt war Stefan Laszlo. Ibys Nachfolger Ägidius Zsifkovics ist somit der dritte Bischof. Er wird am 25. September in der Domkirche zum Heiligen Martin durch Kardinal Christoph Schönborn als Hauptkonsekrator sowie durch Bischof Paul Iby und Kardinal Josip Bozanic, Erzbischof von Zagreb, als Mitkonsekratoren zum Diözesanbischof geweiht.

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