Di, 12. Dezember 2017

Von ÖBB vertuscht?

14.08.2010 19:13

Junger Arbeiter in Stromkreis geraten und getötet

Schwere Vorwürfe nach einem tragischen Unfall am Bahnhof Matzleinsdorfer Platz in Wien: Ein junger Mitarbeiter (22) des Klima- und Lüftungsspezialisten Carrier Transicold, der für die ÖBB eine Heizanlage eines Zuges reparieren sollte, ist durch einen Stromschlag getötet worden. Der Betriebsrat erhebt Vertuschungsvorwürfe. Die Bahn dementiert.

Maximilian S. hatte am Montag Arbeiten am Dach eines Wiesel Doppelstockwagens durchgeführt. Plötzlich geriet der 22-Jährige in einen Stromkreis mit 1.000 Volt. Der Bereich war offenbar versehentlich noch unter Spannung gestanden. Maximilian S. wurde noch vor Ort wiederbelebt, wachte aus dem Koma aber nicht mehr auf, berichteten Augenzeugen. Einen Tag später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

"Todeszug" unter Verschluss gehalten
"Von den ÖBB gibt es keinerlei Informationen dazu. Der Todeszug wird unter Verschluss gehalten. Unserer internen Untersuchungskommission wurde eine andere Garnitur vorgeführt", wetterte ein Betriebsrat von Carrier Transicold. Zudem hätte es Anweisung "von oben" gegeben, nichts über den Vorfall nach außen dringen zu lassen. Angeblich auf Wunsch der Bahn.

ÖBB-Sprecher Herbert Ofner bestätigt zwar den Unfall. Einen "Maulkorb-Erlass" bestreitet er. "Es gibt nichts zu vertuschen." Die Sache werde genau untersucht. Das Verkehrsarbeitsinspektorat hat die Ermittlungen aufgenommen.

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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