Mo, 11. Dezember 2017

Schick und auf zack

08.09.2010 18:09

Der Citroen DS3 ist irgendwie nicht wie ein Citroën - gut so!

Das ist arg: Ein Citroën, der sich nicht fährt wie ein Citroën, stylisch ist und auffällt, ohne im Detail zu nerven, und dabei keine ernsthaften Schwächen zeigt – das hätte ich von der Edelversion des C3 nicht erwartet. Der Citroën DS3 gehört für mich zu den Überraschungen des Testjahres.

Der DS3 ist ein Hinschauer. Echt gelungenes Design vom bösen fast senkrechten Tagfahrlicht über interessante sportliche Linien über haifischflossenartige B-Säulen, die das Dach scheinbar schweben lassen (es sei denn, die Karosserie ist schwarz), das Dach auf Wunsch farblich abgesetzt oder gar gemustert (Zebra z.B.!) – hier kann man das Auge weiden. Mit alldem setzt sich der DS3 ausreichend von der Konkurrenz ab, sodass es (zum Glück) keine feststehende Lenkradnabe braucht.

Wer angesichts der klassischen Modellbezeichnung (DS stammt von der legendären Deesse, die zwischen 1955 und 1975 gebaut wurde) ein Retroauto erwartet hat, wird eines Besseren belehrt. Der DS3 ist durch und durch modern, auch wenn eine Stopp-Start-Automatik fehlt.

Bayer unter der Haube
Der Motor des Testwagens (Citroën DS3 THP 150 Sport Chic) leistet 156 PS und wurde gemeinsam mit BMW entwickelt. So leistet er auch im Mini Cooper S seine Dienste, dort allerdings mit knapp 30 PS mehr. Da sind die 7,3 Sekunden des Citroën für den Hundertersprint ziemlich beachtlich, der Mini ist nur drei Zehntel schneller. Turboloch ist keines vorhanden, ab 1.400/min. stehen 240 Nm zur Verfügung. Damit geht ziemlich die Post ab, und auch das Fahrwerk passt perfekt dazu. Keine Spur von französischer Sänfte, hier ist Sport angesagt, aber nicht auf die Unkomfortable. Auch das Sechsganggetriebe ist gut gestuft und ebenso zu schalten (wenn auch leicht klapprig). Lediglich die Lenkung hätte sich mehr Gefühl und Präzision verdient.

Bei aller Power und Sportlichkeit ist der schnelle Kleine kein Kraftmeier, sondern ein Freund der zwar schnell gespielten, aber leisen Töne. Der Motor ist außer in Extremsituationen kaum zu hören, generell ist die Geräuschdämmung erstaunlich; von der Akustik her vermutet man sich in einem höherklassigen Fahrzeug.

Schick und praktisch
Der Innenraum ist durchgestylt und dennoch aufgeräumt, die Instrumente gut abzulesen, die Bedienung kein Mysterium. Getränkehalter wären aber nicht schlecht. Auf den Karbonlook des Testwagens könnte ich persönlich verzichten, da gibt es aber noch genügend andere Möglichkeiten. Die 900 Euro extra für die Lederausstattung sind gut angelegt, die Sportsitze sehen damit großartig aus und geben ebensolchen Seitenhalt, eine Mittelarmlehne ist da aber leider nicht inbegriffen. Schlimmer allerdings: die unter dem Sitz versteckten Schalter für die Sitzheizung.

Platz ist sogar auf der Rückbank, vor allem rechts, weil der Beifahrer dank des weit nach vorne gezogenen Handschuhfaches problemlos ziemlich weit nach vorne rutschen kann. Der Kofferraum fasst 285 bis 1.200 Liter (vorbildlich im Kreis der Konkurrenz) hinter einer hohen Ladekante, die umgeklappte Rückbank hinterlässt eine Stufe. Die Karosserie ist sogar beim Einparken übersichtlich. Die breiten B-Säulen stören nicht im Geringsten, die C-Säulen sind superschmal. Einziges Manko: Beim Fahren mit offenem Seitenfenster fängt es im Innenraum an zu wummern.

Fazit:
Der Citroën DS3 ist ein Spaßwagen, der eine erstaunliche Hochwertigkeit ausstrahlt, und das zu relativ günstigen Preisen. Die Konkurrenz darf sich warm anziehen. Mit Metalliclack und Lederausstattung als Sonderausstattung kommt der topausgestattete und topmotorisierte Testwagen auf 22.000 Euro.

Stephan Schätzl

Warum?

  • Weil der DS3 ein wirklich gelungener Edel-Kleinwagen – in diesem Fall sogar mir sportlichen Ambitionen – ist.
  • Knackiges Design, lustige Dachdekore (Zebra!).

Warum nicht?

  • Wirklich sportlich ambitionierte Fahrer hätten die Lenkung gerne gefühlsechter.
  • Im Testwagen quietschte der Beifahrersitz vernehmlich.

Oder vielleicht …

  • … Mini Cooper S, Alfa Mito, Abarth Punto Evo
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