Mo, 18. Dezember 2017

Viel Arbeit für Jogi

13.08.2010 10:30

Zum Kapitäns-Streit kommt nun auch die Torwart-Frage

Der Machtkampf um das Kapitäns-Amt in der deutschen Nationalmannschaft schwelt unvermindert weiter - nun hat Trainer Joachim Löw nach dem ersten Länderspiel der Saison (2:2 gegen Dänemark) allerdings bereits die nächste Baustelle eröffnet. Knapp drei Wochen vor dem Start in die EM-Qualifikation, wo die Deutschen auch auf Österreich treffen, will sich der 50-Jährige nach einer starken Leistung von Tim Wiese auch in der Torwartfrage nicht mehr festlegen.

Der Bremer Wiese hatte vor 19.071 Zuschauern im Kopenhagener Parken-Stadion seine Ambitionen auf den Platz im deutschen Tor eindrucksvoll untermauert, auch wenn er den Ausgleichstreffer durch Mads Juncker (87.) mit einer unglücklichen Rettungsaktion erst ermöglicht hatte. "Leider habe ich mich falsch entschieden", räumte er geknickt ein. Zuvor hatte Wiese sein Team, das durch Tore von Mario Gomez (19.) und Patrick Helmes (73.) 2:0 in Führung lag, aber mehrmals mit Glanzparaden im Spiel gehalten. Beim zwischenzeitlichen 1:2 durch Dennis Rommedahl (74.) war der 28-Jährige machtlos.

"Tim hat hervorragend gehalten, auch wenn er vor dem 2:2 hätte versuchen müssen, den Ball mit dem Fuß wegzuspielen", meinte Löw, der neben Manuel Neuer und Wiese auch noch den bei der WM verletzten Rene Adler für das Team in der Hinterhand hat: "Ich denke, dass wir auf dieser Position keine Probleme bekommen werden." Auf eine Nummer eins legt sich der DFB-Coach vor den beiden EM-Qualifikationsspielen am 3. und 7. September (Belgien/Aserbaidschan) allerdings nicht fest. "Mit welcher Konstellation wir in die Qualifikaton gehen, werde ich vor den beiden Spielen entscheiden. Dann werde ich klar sagen, wer die Nummer eins ist", verdeutlichte Löw.

Spekulationen um die brisante "K-Frage"
Eine Entscheidung will Löw bis September auch in der viel brisanteren "K-Frage" treffen. Er muss sich zwischen dem etatmäßigen Spielführer Michael Ballack (33) und WM-Kapitän Philipp Lahm (26) entscheiden. "Michael Ballack war der Kapitän. Bevor ich etwas anderes sage, ist er auch der Kapitän", sagte Löw nach dem Dänemark-Spiel. "Natürlich weiß ich für mich, in welche Richtung es geht. Ich werde das aber erst mit den Beteiligten besprechen. Und es wäre sicher sinnvoll, wenn beide jetzt erstmal nicht in der Öffentlichkeit kommunizieren würden."

Erst am Mittwoch hatte Teammanager Oliver Bierhoff in mehreren Interviews über die Zukunft von Ballack als Kapitän der Nationalmannschaft spekuliert. "Aus den Aussagen von Michael spüre ich, dass er weiter große Lust auf die Nationalelf hat. Er steht unmittelbar vor seinem 100. Länderspiel und will noch eine starke EM spielen. Ich glaube, das wird er nicht davon abhängig machen, ob er Kapitän bleibt", sagte Bierhoff und fügte hinzu: "Manchmal ist es sogar gut, dieses Amt nicht zu haben, um sich ganz auf die eigene Leistung konzentrieren zu können, frei von ständigen Diskussionen."

Ballack ärgert sich über Bierhoff-Aussagen
Michael Ballack reagierte am Donnerstag durchaus sauer auf diese Ansagen: "Ich weiß nicht, was die Spekulationen vom Manager sollen. Als das Thema während der WM aufkam, habe ich das Turnier natürlich zunächst abgewartet und dann Jogi Löw angerufen. Der Bundestrainer hat mir versichert, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen müsse und ganz entspannt bleiben solle. Deshalb verstehe ich auch die Aussagen von Oliver Bierhoff nicht."

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