Fr, 15. Dezember 2017

Affen-Pantomime

11.08.2010 10:01

Auch Orang-Utans reden mit "Händen und Füßen"

Kanadische Verhaltensforscher haben jetzt herausgefunden, dass auch Orang-Utans mit "Händen und Füßen reden". Ist ihr Gegenüber etwas begriffsstutzig, dann verdeutlichen die Tiere ihre Aussagen mit Gesten bis hin zu einer Pantomime, schreiben die Wissenschaftler in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Wiewohl Gesten-Kommunikation und Pantomime als typisch menschlich gelten, hatten Forscher bereits bei in Gefangenschaft lebenden Gorillas und Schimpansen festgestellt, dass diese Gesten erlernten.

Daten aus 20 Jahren ausgewertet
Anne Rousson vom Glendon College in Toronto haben jetzt Berichte und Aufzeichnungen der vergangenen 20 Jahre über das Verhalten wieder ausgewilderter Orang-Utans in Indonesien und auf Borneo ausgewertet. Dabei fanden sie heraus, dass die Tiere auch in der Wildnis Gesten und pantomimische Darstellungen einsetzten, sowohl gegenüber Menschen als auch untereinander.

Pantomime dient auch als Täuschung
In den meisten der 18 beobachteten Fälle verstärkten die Tiere mit diesen Gesten eine Aufforderung, und zwar meist dann, wenn die erste Laut- oder Gesten-Kommunikation unbeantwortet geblieben war. Manchmal diente die Pantomime auch zur Täuschung. Einige Tiere taten etwa so, als ob sie verletzt oder gerade behindert wären, um Hilfe zu bekommen oder sich plötzlich über einen Leckerbissen herzumachen. Ein Tier spielte sogar eine Situation mit seinem Partner hinter dessen Rücken nach - vielleicht, um diese besser zu verstehen, glauben die Forscher.

Verhalten dem Menschen sehr ähnlich
Diese Beobachtungen zeigen, dass Orang-Utans ihre Körpersprache bewusst verändern und als Medium für ihre Kommunikation einsetzen können. Da komplexe, zielgerichtete Gesten und pantomimische Darstellung als eine wichtige Vorstufe zu abstrakter Kommunikation gilt, verdeutliche dies umso mehr, wie nahe das Verhalten der großen Affen dem der Menschen ist, betonen die Forscher.

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