Mi, 13. Dezember 2017

Elfer vernebelt

12.08.2010 12:31

Unglücksschütze Fuchs: "Kann mich nur entschuldigen!"

Mit der Kapitänsbinde um den linken Oberarm hat Christian Fuchs am Mittwochabend in Klagenfurt Verantwortung übernehmen wollen. Doch der 24-jährige Niederösterreicher scheiterte mit seinem Foul-Elfmeter in der 64. Minute des mit 0:1 verlorenen Tests des ÖFB-Teams gegen unsere Nachbarn aus der Schweiz. "Ich kann mich nur entschuldigen. Hätte ich getroffen, wäre das Spiel sicher ganz anders ausgegangen. Das war der Knackpunkt", sagte Fuchs danach enttäuscht.

Zu wenig scharf, zu unplatziert - so wurde der erste Elfer von Fuchs im Teamtrikot zur Beute des überragenden Schweizer Tormanns Diego Benaglio. Dabei fühlte sich Fuchs eigenen Angaben zufolge sehr sicher und schnappte sich deshalb auch nach dem Foul an Martin Harnik sofort den Ball. "Das war eine intuitive Entscheidung. Ich habe mich sehr gut gefühlt und habe es mir zugetraut. Dass es nicht geklappt hat, tut mir natürlich am meisten weh", so Fuchs, der anstelle des verletzten Marc Janko als Kapitän einsprang.

Nachschuss an die Latte
Beim Abpraller, den Fuchs per Kopf an die Latte setzte, kam dann auch noch Pech hinzu. "Klar hätten wir den Elfer reinhauen müssen. Dann hätte es mindestens für ein Unentschieden gereicht. Aber das ist kein Vorwurf an den Fuchsi, Elfmeter sind schon von den besten Spielern der Welt vergeben worden", erklärte Teamchef Dietmar Constantini.

Wie alle Beteiligten sah auch Fuchs große Probleme im österreichischen Spiel vor der Pause. "Da haben wir viel zu schnell den Ball hergeschenkt und der Schweiz im Zentrum zu viel Platz gelassen. Das haben wir dann in der Pause angesprochen."

Passable zweite Halbzeit
Die Leistung nach der Pause bezeichnete Fuchs hingegen sogar als "Ausrufezeichen". "Da hat jeder gesehen, dass wir bis zum Schluss kämpfen und auch spielerisch etwas drauf haben. Das stimmt mich positiv. Trotz des vergebenen Elfers haben wir alles probiert und nicht aufgegeben. Leider haben wir noch das unglückliche Gegentor kassiert."

Fuchs sieht "noch ein paar Baustellen", zudem habe gegen die Schweiz ein "Knipser" zum Verwerten der Chancen gefehlt. Fuchs setzt aber auf die Vorbereitungszeit aufs erste Match der EM-Qualifikation im 7. September. "Da gehe ich davon aus, dass sich die Mannschaft noch mehr findet und einspielt", hofft der langjährige Mattersburg-Spieler.

Wer schießt Österreichs nächsten Elfer?
Der von Fuchs verschossene Elfmeter passierte fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem verhauten Penalty von Paul Scharner gegen Kamerun (12. August 2009) - ebenfalls in Klagenfurt, ebenfalls beim Stand von 0:0. Und auch damals war Scharner als stolzer Kapitän zur Ausführung des Elfmeters marschiert. Und wie am Mittwoch war das Match danach verloren gegangen (0:2). Auch Constantini fühlte sich stark an die Kamerun-Partie erinnert. Auf die Frage, wer den nächsten österreichischen Elfmeter schießen wird, meinte der Tiroler: "Das frage ich mich auch."

Constantini stellt sich aber hinter seine Kicker: "Die Mannschaft ist sehr willig und intakt. Es ist nicht notwendig, den Trauerflor auszupacken. Wir werden unseren Weg gehen", stellte sich Constantini nach Schlusspfiff voll hinter seine Truppe. "Wir haben die Klasse, dass wir die beiden wichtigen Auftaktspiele der Qualifikation gewinnen", meinte der Tiroler angesichts der anstehenden Heimspiele gegen Kasachstan (7. September) und Aserbaidschan am 8. Oktober in Wien.

Constantini: "Bin überzeugt von diesen Spielen"
Constantini scheint seinen Stamm im Großen und Ganzen gefunden zu haben, großartige Änderungen bezüglich Kader scheinen eher unwahrscheinlich. "Ich bin weiterhin überzeugt von diesen Spielern. Ich bin mit dem Kader zufrieden. Und ich sehe keine Baustellen", lautete Constantinis Antwort auf die Frage, wie weit er bei der Suche nach der Mannschaft für die Quali sei.

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