Mo, 11. Dezember 2017

Liga-Vergleich

10.08.2010 12:11

Miese Zeugnisse für Italien, England und Spanien

Sehr ernüchternd lesen sich die Ergebnisse der Studie "EU - Top 5 Football League - Sustainability-Benchmarking" von A. T. Kearney. Das internationale Beratungsunternehmen hat die fünf europäischen Top-Ligen - aus Spanien die Primera Division, aus Italien die Serie A, aus England die Premier League, aus Deutschland die Bundesliga und aus Frankreich die League 1 - unter die Lupe genommen, die Resultate sind beängstigend.

"Als 'normale' Unternehmen würde den europäischen Top-Ligen in England, Spanien und Italien aufgrund enormer Rentabilitätslücken in den nächsten zwei Jahren der Bankrott drohen", schloss Studien-Autor Jürgen Rothenbücher, der zur Bestimmung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit die Kennzahlen Umsatz, Eigenkapitalquote und Anlagenrendite der Ligen als Summe der Vereine analysierte. Demnach ist die deutsche Bundesliga die gesündeste der europäischen Top-Ligen, Schlusslicht dieser Wertung ist die italienische Serie A.

Experten raten zu Reformen
Die Premier League (minus fünf Prozent), die Primera Division (minus sieben) und die Serie A (minus zwölf) weisen laut dieser Untersuchung eine negative Anlagenrendite auf, während die Bundesliga (plus zwei) und die League 1 (plus eins) eine Wertsteigerung verzeichneten. Die Experten empfehlen daher den Vereinen und Ligen weitreichende Reformen. "Geld schießt zwar Tore, aber ist nicht zwingend auch profitabel", so die Studie.

Sündteure Spieler
Die finanzielle Misere sei "vor allem auf die hohen Spielergehälter und die enormen Transfersummen zurückzuführen". So hätten in der vergangenen Saison die fünf Ligen durch Spielertransfers ein Minus von 560 Millionen Euro gemacht. Spanien ist in diesem Ranking mit minus 257 Millionen Euro Rekordhalter, Deutschland wies ein Minus von 118 Millionen aus, dahinter folgen England (91), Frankreich (62) und Italien (38).

"In den vergangenen drei Jahren hat die englische Premier League Spieler im Wert von fast einer Milliarde Euro und die spanische Primera Division für fast 600 Millionen Euro importiert", hieß es in der Studie.

Auf der Habenseite steht der Wert der Spieler, der in Summer 11,2 Milliarden Euro ausmacht. Hier führt die Premier League (3,2 Milliarden) vor der Primera Division (2,5), der Serie A (2,4), der Bundesliga (1,6) und der League 1 (1,5). Allerdings bieten diese Zahlen keinen ausreichenden Schutz. Die Begründung: "Diese Vermögenswerte würden im Falle einer Systemkrise sehr schnell verfallen."

Deutsche investieren am effektivsten
Zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg besteht laut Studie nur wenig Zusammenhang. Spielerinvestitionen würden sich aber sehr wohl in Ergebnisse ummünzen lassen. "Dabei haben wir festgestellt, dass die Spielerinvestitionen der deutschen Vereine am effektivsten sind, während italienischen Klubs sich am schwersten damit tun, Geld in Tore umzuwandeln", schrieb der A.T.Kearney-Autor.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden