Mi, 13. Dezember 2017

Blitzopfer erzählt

10.08.2010 01:27

"Ich habe immer wieder gerufen: Atme, atme!"

"Eigentlich sollte es ein schöner Ausflug auf den Mirnock werden", erzählt Hertha L. nach dem Blitzeinschlag am Sonntag, bei dem sie und ihr Sohn (32) indirekt getroffen wurden. Doch für beide endete die Wanderung in der Intensivstation des Villacher Spitals. Wie durch ein Wunder haben die beiden Blitzopfer den Vorfall fast unbeschadet überstanden, können sich aber an den Einschlag nicht erinnern.

Am Sonntagnachmittag waren die beiden direkt auf dem Gipfel in ein heftiges Gewitter mit Sturm und Hagel geraten. "Wir suchten bei einem Felsen Schutz und hielten uns die Rucksäcke über unsere Köpfe", schildert die 52-Jährige. Und sie hatten genau das Richtige in so einer Situation gemacht: In einer Mulde hinter einem Felsen Schutz gesucht.

Hertha L: "Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass ich mit meinem Sohn geredet habe. Danach weiß ich nichts mehr, außer, dass ich mehrere Meter entfernt von meinem Sohn aufgewacht bin." Ein Blitz hatte neben ihnen in einen Weidezaun eingeschlagen und war über den Boden auf die beiden übergesprungen.

"Plötzlich wurde er bewusstlos"
Die OP-Gehilfin im Klinikum Klagenfurt eilte sofort zu ihrem Sohn: "Zuerst war er sogar noch ansprechbar, plötzlich wurde er aber bewusstlos!" Die Klagenfurterin reagierte geistesgegenwärtig und begann sofort mit der Reanimation des Blitzopfers. Sie rief ihm immer wieder zu: "Atme, atme!" Die Frau hatte Erfolg und konnte ihren Sohn ins Leben zurückholen.

Ein "Flash-over" traf Mutter und Sohn
Im LKH Villach befinden sich die beiden mittlerweile auf dem Weg der Besserung. "Die beiden waren von einem indirekten Blitz getroffen worden", weiß Dr. Harald Wimmer, Vorstand der Internen Abteilung: "Der Blitz schlägt dabei irgendwo in der Umgebung ein." Im konkreten Fall war es wohl der Stacheldrahtzaun, der wenige Meter vom Unfallort entfernt steht: "Über das Erdreich wird die Energie weitergeleitet. Das ist der so genannte Flash-over."

Hertha L. hat ihre Lehren aus dem dramatischen Vorfall gezogen: "Wenn man sich nicht sicher ist, wie sich das Wetter entwickelt, dann sollte man seiner Bergtour lieber verschieben oder abbrechen. Das ist wirklich sicherer."

"Kärntner Krone"

Obiges Bild zeigt Hertha L. mit Dr. Harald Wimmer.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden