Mo, 11. Dezember 2017

Chavez traf Santos

11.08.2010 08:30

Venezuela und Kolumbien offiziell wieder versöhnt

Drei Tage nach dem Amtsantritt des neuen kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos haben Kolumbien und Venezuela beschlossen, einen drohenden Krieg mit Verhandlungen zu verhindern. Santos und Venezuelas Präsident Hugo Chavez vereinbarten bei ihrem ersten Treffen, die Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern wieder aufzunehmen. Die beiden Staatschefs versicherten, dass zwischen den Nachbarn eine neue Ära beginnen solle.

Noch vor wenigen Tagen hatte Chavez Santos' Vorgänger Alvaro Uribe vorgeworfen, gemeinsam mit den USA einen Krieg gegen Venezuela vorzubereiten, und seinerseits Truppen an die Grenze geschickt. Im vergangenen Jahr hatte er die Beziehungen zu Kolumbien eingefroren, nachdem Uribe den USA erlaubt hatte, kolumbianische Stützpunkte für den Kampf gegen den Drogenhandel zu benutzen. Vor zwei Wochen brach der Venezolaner dann völlig mit dem Nachbarn, weil Uribe ihn beschuldigt hatte, Stützpunkte der linken kolumbianischen FARC-Rebellen auf seinem Territorium zu beherbergen, was am Dienstag von Chavez erneut bestritten wurde.

"Das Ergebnis ist sehr positiv", sagte Santos. "Wir haben beschlossen, dass unsere beiden Länder die diplomatischen Beziehungen wieder herstellen und einen Fahrplan erstellen, damit alle Aspekte der Beziehung voranschreiten und sich vertiefen können." Chavez erklärte, das Treffen habe den guten Willen beider Regierungen bewiesen, um in wenigen Stunden eine Übereinkunft zu erzielen.

Fünf Kommissionen
Im Rahmen der erzielten Vereinbarung sollen fünf Kommissionen gebildet werden. Wie die venezolanische Zeitung "El Universal" am Mittwoch berichtete, sollen sich diese Gremien mit folgenden Punkten befassen: Schuldenrückzahlung, Wiederbelebung der Handelsbeziehungen, Investitionen in den Grenzregionen, gemeinsame Infrastrukturprojekte und Sicherung der Grenze.

Mit diesen Mechanismen solle "der Anwesenheit und den Aktionen illegaler bewaffneter Gruppen vorgebeugt" und die Präsenz beider Staaten in der Grenzregion verstärkt werden, hieß es. Die Regierungen beider Länder hätten entschieden, "zum Wohle der beiden Völker" die Lage in den Grenzgebieten zu verbessern.

Castro warnte vor Krieg
Er lobte ausdrücklich den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro, der am Vorabend vor einem Krieg gewarnt hatte. "Fidel Castro hatte recht, als er sagte, dass ein Krieg unmöglich sei", sagte der Venezolaner. Und mit Blick auf den ehemaligen kolumbianischen Verteidigungsminister Santos fügte er hinzu: "Sie haben gesagt, das Wort Krieg aus ihrem Wortschatz gestrichen zu haben - nun gut, ich auch."

Das Treffen zwischen Santos und Chavez fand an einem symbolträchtigen Ort statt: Die beiden Präsidenten führten ihre Gespräche in dem Haus in Santa Marta an der kolumbianischen Karibikküste, in dem der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer gegen die spanische Kolonialmacht, Simon Bolivar (Porträt hinter den beiden Präsidenten), 1830 gestorben war. Er wird sowohl in Kolumbien als auch in Venezuela als Nationalheld verehrt.

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