So, 27. Mai 2018

Knobelspaß

09.08.2010 14:12

"Crazy Machines" lässt das Tüftler-Herz frohlocken

Ein Chaos an Bausteinen, das von einer höheren Ordnung bestimmt zu sein scheint und nur darauf wartet, bereinigt zu werden, sorgt in dtps Tüftelspaß "Crazy Machines" rasch für Kopfzerbrechen. Eine vage Idee, wie das Endergebnis aussehen soll, gibt es zwar, meist scheitert es jedoch an der Umsetzung. Einige Zeit und Fehlversuche später, darf man sich dann doch mehr oder weniger stolz auf die eigenen Schultern klopfen.

Im Gegensatz zum Aufbau der Möbelstücke eines schwedischen Produzenten reichen bei "Crazy Machines" eine Wii-Fernbedienung und eine Portion Grips aus, um Erfolg zu haben. Nicht fehlen darf natürlich auch der verrückte Professor, der Hilfe benötigt, um die aberwitzigsten Maschinen in Gang zu bringen. Die Anfänge liegen bereits weit zurück. 1992 eroberte "The Incredible Machine" die Herzen der PC-Gemeinde, einige Fortsetzungen später erblickten die "Crazy Machines" erstmals 2004 das Licht der Welt.

Nachdem so gut wie alle Plattformen versorgt wurden, dürfen nun auch Wii-Spieler ran. Im Tutorial erklärt der verrückte Professor die einfache Steuerung: Mit der Fernbedienung wird ein Gegenstand aus dem Inventar genommen, gedreht und an der gewünschten Stelle fixiert. In der Praxis erweist sich diese Variante als sehr ungenau, was jedoch auch an den zittrigen Händen des Testers gelegen haben könnte, der dafür dankbar auf die Möglichkeit zurückgegriffen hat, dieselben Aktionen mit dem Steuerkreuz ausführen zu dürfen.

Ganz egal wie man jedoch steuert, das Ziel ist stets dasselbe: Eine Kugel muss eine mehr oder minder komplexe Maschinerie in Gang setzen, an deren Ende beispielsweise ein Feuerwerkskörper gezündet wird. Zum Start sind einige Teile zumeist fix am Schirm platziert, die es dann mit den Elementen aus dem Baukasten zu einem funktionierenden Gesamtkunstwerk zusammenzufügen gilt.

Dabei kommen sowohl Physik-Asse als auch experimentierfreudige Bastler auf ihre Kosten. Während Erstere nach sorgfältiger Planung und Überlegung die Maschine allerdings oftmals sofort zum Laufen bringen, dürften Zweitere gemäß der Trial-und-Error-Methode ein paar Versuche mehr benötigen. 

Der Spaß bleibt dabei - trotz des inzwischen fortgeschrittenen Alters des Tüftelspiels - nicht auf der Strecke. Schnell ertappt man sich dabei, erst einen, dann noch einen und schließlich immer weitere Level spielen zu wollen. Der ansteigende Schwierigkeitsgrad sorgt für ausreichend Motivation und lässt einen mitunter gehörig ins Schwitzen geraten.

Im Mehrspieler-Modus können die Aufgaben daher auch gemeinsam gelöst werden. Das funktioniert zwar ganz gut, ist letzten Endes aber keine große Kreativleistung. Etwas mehr "Mehrspieler" wäre wünschenswert gewesen. Wer lieber selbst seine Maschinen entwirft, kann seine Genialität schließlich im mitgelieferten Editor unter Beweis stellen und die Ergebnisse etwa an Freunde verschicken. Die Präsentation ist während des gesamten Spiels vor allem eines, nämlich zweckmäßig.

Fazit: Mit "Crazy Machines" dürfen ab sofort auch Besitzer einer Wii ihre grauen Zellen rotieren lassen. Die Umsetzung für Nintendos Konsole macht genauso viel Spaß wie auf anderen Plattformen. Wer für das Genre etwas übrig hat, wird demnach so schnell nicht wieder davon loskommen. Der Mehrspieler-Modus kann allerdings als vernachlässigbar angesehen werden und auch die typische Wii-Steuerung wird nicht benötigt. Dennoch bietet "Crazy Machines" eine schöne Abwechslung, um auf der Wii mal nicht wegen der körperlichen Anstrengung vor dem Fernseher zu schwitzen.

Plattform: Wii
Publisher: dtp
krone.at-Wertung: 8/10

von Harald Kaplan

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