Mi, 13. Dezember 2017

Von Barock bis Jazz

08.08.2010 14:53

34. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik eröffnet

Bundespräsident Heinz Fischer hat am Sonntagvormittag im Rahmen eines Festaktes auf Schloss Ambras die 34. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik eröffnet. Es sei "ein großes Stück vom Glück", dass der Bundespräsident heuer bereits zum fünften Mal die Eröffnung persönlich vornehme, betonte Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Bild) in Anspielung auf das diesjährige Festwochen-Motto "Ein Stück vom Glück".

"Viel Glück" wünschte Fischer dem neuen künstlerischen Leiter Alessandro De Marchi nicht nur für seine ersten Festwochen, sondern auch zum 48. Geburtstag, den De Marchi am Eröffnugnstag feierte.

Fischer erinnerte daran, dass Glück "in hohem Ausmaß relativ" sei und es "nur begrenzt von Bruttonationalprodukt, Exportquote und den zur Verfügung stehenden Automarken" abhänge. Man könne wahrlich von Glück reden, in einer Zeit des Friedens in Europa zu leben, und könne umso ungehaltener sein, wenn es manche gebe, "die nie genug kriegen können. Sie bringen unser ganzes Gesellschaftssystem in Misskredit."

Gerade in diesen Tagen müsse man ständig von Geheimkonten und unversteuerten Provisionen lesen, sehe sich einem "undurchschaubaren Gewirr von Behauptungen, Fakten, Intrigen, Vermutungen und Dementis" gegenüber. "Rasche, lückenlose, nachvollziehbare und ernst gemeinte Aufklärung ist da ein Gebot der Stunde", so der Bundespräsident, gesetzliche Strafandrohung und Einschreiten des Staatsanwalts sei "nicht die Grenze für Verhalten" des Einzelnen.

Platter nutzte Bühne für aktuelle Südtirol-Diskussion
Auch Landeshauptmann Günther Platter nutzte seine Rede für Bemerkungen zu aktuellen Fragen. Er kritisierte die "unfassbare Diskussion über zweisprachige Wegbezeichnungen" in Südtirol, die in ein Ultimatum gemündet habe, das eine Provokation darstelle. "Noch kein Wanderer hat sich verirrt, weil es nur einen deutschsprachigen Wegweiser gegeben hat." Platter forderte ein "Abrüsten der Worte" und führte die Kultur, die Festwochen der Alten Musik und die neue Leitung durch den Italiener De Marchi als Beispiele dafür an, dass gerade in der Kultur die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervorragend funktioniere.

Kleine Kostproben der Festwochen
Einen Vorgeschmack auf die von De Marchi dirigierte Oper "L'Olimpiade", die am Sonntagabend im Tiroler Landestheater Premiere feiert, gab im Rahmen des Festaktes Jeffrey Francis mit einer Arie des Clistene. Die französische Violonistin Amandine Beyer machte mit ihrem Ensemble und einem Auszug aus einer Suite des im 17. Jahrhundert nach England ausgewanderten Neapolitaners Nicola Matteis Lust auf ihr morgiges Konzert, Sonia Prina verwies mit einer Arie des Ottone auf die zweite szenische Premiere dieses Jahres, Antonio Vivaldis "Ottone in villa". Die 34. Innsbrucker Festwochen dauern bis zum 29. August.

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