Mo, 18. Dezember 2017

Mord in Timelkam

08.08.2010 21:16

Fünffache Mutter tötete Nachbarin wegen 820 Euro

Weil sie Geld für den Familienurlaub brauchte, soll eine fünffache 34-jährige Mutter aus dem oberösterreichischen Timelkam eine eiskalte Bluttat geplant haben. Wegen 820 Euro Beute musste ihre Nachbarin Hedwig Moser (77) sterben. Als die Verdächtige jetzt von der Reise zurückkam, klickten noch vor dem Kofferauspacken die Handschellen.

Acht Silber- und Goldmünzen, die aus der kleinen Sammlung des Opfers fehlten, führten zur Verdächtigen, die den Mini-Schatz gleich nach der Tat in der örtlichen Bank getauscht hatte. Bei Routinebefragungen in Geldinstituten waren die Mordermittler des Landeskriminalamts OÖ auf die heiße Spur gekommen.

Am Dienstag vor zwei Wochen klingelte die 34-jährige Verdächtige – die Hände in einem Gummi- und einem Stoffhandschuh zur Vermeidung von Spuren – laut Polizei mit einer Prosecco-Flasche in der Hand bei der Nachbarin. „Als die Pensionistin die Tür öffnete, wurde sie sofort mit der Flasche niedergeschlagen“, zitiert Sicherheitsdirektor Alois Lißl aus dem Geständnis.

Mehr als ein Dutzend Mal zugeschlagen
Noch ein Dutzend Mal habe die Mutter von fünf Kindern auf ihr Opfer eingeschlagen. Die Flasche zerbrach dabei nicht, wurde wieder eingepackt. Dann habe die Hausfrau ein Messer aus der Küche geholt und dieses 15 Mal in den Rücken der kleingewachsenen, reglos am Boden liegenden Pensionistin gerammt.

Das Blutgeld: 150 Euro und die Münzen um 670 Euro fielen der mutmaßlichen Raubmörderin in die Hände. Dann zog sie die Tür zu, ließ die Leiche liegen und ging zur Bank und heim zur Familie. Am nächsten Tag ging's für elf Tage mit Ehemann und vier der Kinder nach Kroatien.

Als die Frau am Urlaubsort ankam, entdeckte der Sohn der Ermordeten die Leiche seiner Mutter. Zuerst war das Motiv völlig unklar. 20 einschlägig bekannte „Gelegenheitsgauner“ der Umgebung wurden überprüft – alle hatten ein wasserdichtes Alibi.

Ehemann und Kinder ahnten nichts
Die Polizei telefonierte sogar mit der Nachbarsfamilie in Kroatien: „Nein, wir sind am Mittwoch weggefahren, am Dienstag ist uns nichts aufgefallen.“ Der Ehemann und die Kinder wussten da noch nicht, dass Eis und Bier mit Blutgeld bezahlt wurden.

Erst aufwendige kriminalistische Kleinarbeit führte über den Münzumtausch zu einer Spur und zur Verdächtigen. Als am Samstag die Familie heimkam, wurde die Mutter zuerst als Zeugin zur Polizei bestellt – in der Nacht zum Sonntag gestand sie den geplanten Raubmord.

von Markus Schütz (Kronen Zeitung) und krone.at

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